B. Referate. Ethnologie. 173 zwei Reihen aufgestellt, und die beiden Idole dazwischen gesetzt. Der Kranke nimmt an der Seite des „Boots“ Platz. Drei bis vier Schamanen ergreifen die Stangen und arbeiten damit l J / 0 Tage lang, als wenn sie das Fahrzeug fortstossen wollen, worauf sie erklären, dass die Unterwelt erreicht sei. Um die Seele freizumachen, bedarf es der Hilfe jener Idole. Erst nach 1 —1^/2 tägigem Kampfe gelingt endlich das Vorhaben, und man tritt am vierten Tage die Rückfahrt an, bei der sich der Patient nunmehr im Boote befindet. Schliesslich wird ihm die Seele wieder eingesetzt. Hoffentlich gelingt es noch in letzter Stunde einem geschulten Beobachter, diese merk ­ würdige Ceremonie im einzelnen zu studieren und die Bedeutung der an den Brettchen gemalten Symbole zu erklären. p Ehrenreich-Berlin. 208. Fr. Starr: Physical characters of the Indians of Southern Mexico- University of Chicago Decennial Publications IV. Chicago 1902. In dieser Arbeit giebt der Verf. eine Übersicht der anthropologischen Ergebnisse seiner im Jahre 1895 unternommenen Reise durch das südliche Mexico von Oaxaca nach Guatemala. Die untersuchten Eingeborenen ge ­ hören 23 verschiedenen Stämmen an, verteilt auf die Sprachfamilien der Nahuatl, Tarasca, Zoque, Totonaco, Zapotheken, Othomi, Maya, Huave, Chinanteken und Tepehua. Programmmässig sollten von jedem Stamm 100 Männer und 25 Weiber gemessen werden, im Ganzen also 2875 Per ­ sonen. Die wirklich erreichte Zahl beträgt 2847. Die am meisten charak ­ teristischen Individuen wurden photographiert, und eine Auswahl aus den 600 Aufnahmen für das kürzlich publizierte ethnographische Album zusammen ­ gestellt. Ausserdem wurden von jedem Stamm fünf Köpfe in Gyps gegossen. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Frage gewidmet, in wieweit die lin- guistischen Gruppen sich mit den anthropologischen decken. Aus den allge ­ meinen Bemerkungen sei hervorgehoben, dass mongoloide Schlitzaugen zwar Vorkommen, aber nicht das gewöhnliche sind. Die vorherrschenden Plaut ­ farben sind nach sieben kolorierten Normalproben bestimmt. Die wichtigsten körperlichen Indizes sind in Vergleichstabellen niedergelegt. Was die Körper ­ grösse anlangt, so gehören 19 der vertretenen Stämme zu den kleinwüchsigen Typen unter 1600 mm, kein Stamm ist übermittelgross; Frauen sind häufig u nverhältnismässig kleiner als Männer. Der Arm ist im Verhältnis zur Ge ­ samthöhe lang, doch sind die individuellen Schwankungen beträchtlich. Der Index der Spannweite ist geringer als man nach der bedeutenden Armlänge Un d Brustweite erwartet (102—105 mm). Die Rumpf länge, bestimmt nach dem Sitzhöhenindex, ist beträchtlich, 51,6—53,9 °/ 0 und scheint unabhängig von der Meereshöhe des Wohnsitzes zu stehen. Der Index der Schulterbreite erwies sich grösser, als die Zierlichkeit des Brustkorbes bei den Meisten erwarten Hess. Sein Mittel bewegt sich