172 ß. Referate. Ethnologie. dem Pueblo Awatobi herübergenommenes Pest (das kleine Mamzrauti-Fest). Weiter schildert er das Winterfest der Sonnen-Priesterschaft der Hopi, bei welchem die Winter-Gebetstöcke angefertigt werden, den Büffel-Tanz (Mucaiasti, der Büffel lebte in historischer Zeit nicht auf den dürren Hochflächen am Arizona; seine Kenntnis ist wohl von anderen Stämmen zu den Hopi ge ­ tragen worden), und schliesslich einen Kindertanz, der einen Katcina-Tanz der Erwachsenen nachahmt. p r of. Emil Schmidt-Jena. 206. Alice C. Fletcher: Star cult among the Pawnee. — A pre- liminary report. American Anthropologist. N. S. 1902. Yol. IY, S. 730 ff. Die Pawnee (Pani) sind jetzt in 4 „Banden“ geteilt und von diesen bestand wieder die Skidi-Bande aus einer Anzahl von Dörfern, von denen jedes seine besonderen heiligen symbolischen Gegenstände besass, die in Packen oder Schreinen verwahrt und mit eigenartigen Ceremonien verehrt wurden. Die heiligen Dinge, wie die damit verbundenen Ceremonien wurden den einzelnen Dörfern von bestimmten Sternen übergeben, nach denen der betreffende Schrein und sein Dorf benannt sind, und die Lage der Dörfer ist so angeordnet, dass sie ein Abbild der Stellung derselben Sterne am Himmel ist. Alice Fletcher beschreibt diese Stellung, sowie die Ceremonien bei der Feier der Sterne; die Vorstellung der Welt spiegelt sich sogar in der Konstruktion der Erdhütten wider, bei denen der runde Boden die Erde, das Gewölbe den Himmel und die 4 Stützpfähle des Daches die vier Sterne der Hauptdörfer symbolisieren. Pro/’. Emil Schmidt-Jena. 207. George A. Dorsey: The Dwamish Indian spirit boat and its use. Free Museum of Science and art. University of Pennsyl ­ vania, 1902. Bull., Yol. III, Nr. 4, S. 227—238. Bericht über eine interessante Medizin-Ceremonie der Dwamish am Cedar-River, Washington Terr, bei der ein Geisterboot zur Anwendung kommt. Die dazu gehörigen Paraphernalien bestehen aus sechs eigentümlich geformten, mit mystischen Zeichen bemalten Brettern, aus denen das „Boot“ gebildet wird, zwei rohen Holzidolen, die darin fahren und einigen Stangen, die als Ruder dienen. Sämtliche Gegenstände sind in zwei Serien für die Museen in Philadelphia und Chicago erworben worden. Die Ceremonie selbst ist nur aus Beschreibungen bekannt. Kann ein Kranker trotz aller Mittel nicht genesen, so nimmt man an, dass seine Seele ihn verlassen habe. Im Sommer schweift sie auf der Erde herum und kann von einem geschickten Schamanen wieder eingefangen werden, im Winter dagegen geht sie ins Totenreich, von dessen Annehmlichkeiten sie sich nicht trennen kann. Es bedarf also einer besonderen Reise der Schamanen dorthin, die nur mittels des Geisterschiffes ausgeführt werden kann. In der Ceremonienhütte werden die Bretter in