B. Referate. Ethnologie. 161 1. Die Häufigkeit der Untermittelmaasse steht zur Häufigkeit der Über- mittelmaasse wie 3:7. 2. In den nördlichen Gebieten (Gouv. Estland) ist dieses Verhältnis wie 1 : 3, in den südlichen Gebieten =1:2; doch das hochwüchsige Ele ­ ment ist unter den Nordesten um nicht weniger als */3 häufiger als unter den Südesten. 3. Die Esten gehören im allgemeinen zu den hochwüchsigen Volks ­ stämmen. In den Schlussbemerkungen sagt der Verfasser, dass sich aus seiner Tabelle I die durchschnittliche oder mittlere Körpergrösse hätte herausrechnen lassen — er hat es aber unterlassen, weil er nicht glaubte, dass der Wissen ­ schaft daraus ein grosser Nutzen erwächst. — Ich meine aber doch, dass cs nicht ganz unzweckmässig ist, Mittelzahlen und Mittelwerte zu berechnen. Es ist gewiss zweifellos, dass die einfachen Mittelmaasse nicht die Be ­ deutung haben, die ihnen früher beigelegt wurde, denn wir haben unter An ­ wendung der Wahrscheinlichkeitsrechnung die Möglichkeit eines Wahrschein ­ lichkeits-Koeffizienten zu berechnen und damit erhalten die Mittelzahlen ihren eigentlichen Wert. Auf einen Vergleich seiner Zahlenergebnisse mit denen anderer Forscher (Grube z. ß.) ist der Verfasser nicht eingegangen. L. Stieda-Königsberg. 185. M. Zaborowskie: Siowianie pod wzgl^dem rasy i ich pocz^lek (Les Slaves de races et leurs origines). Wisla 1902. Bd. XVI, S. 209 ff., 534 ff und 649 ff. 186. J. Taiko-Hryncewicz: Siöw par§ ze stanowiska antropologji w kwestji pochodzenia Siowian (Einige Bemerkungen vom Standpunkte der Anthropologie über die Herkunft der Slaven). Ebendaselbst S. 754 ff. 187. E. Majewski: Z powodu rozpraw antropologöw giermariskich na temat dziejöw przedhist. siow.-gierm. (Die Anschauungen der germ. Anthropologen über die slav.-germ. Vorgeschichte). Ebendas., S. 547 ff. 188. Derselbe: Prahistoria ziemi Obodrytöw (Die Vorgeschichte des Landes der Öbotriten). Swiatowit 1902. Bd. 4, S. 206 ff. Die Studie Zaborowskis ist eine der vielen neueren Arbeiten, welche über den Ursprung und die Verbreitung der Slaven ganz neue, freilich aber mcht immer sichere Ergebnisse bieten. Die Anschauungen Zaborowskis lassen sich ungefähr folgendermaassen zusammenfassen. Die Nordslaven sind aus jenen Gegenden gekommen, welche noch gegenwärtig von den Südslaven bewohnt werden (zwischen Donau und Adria). Ihre Vorfahren waren ver- Intsrn. Centralblatt für Anthropologie. 1903. 11