158 B. Referate. Ethnologie. Die Maragatonen sind ein in ihrer Gesichtsbildung und gewissen Ge ­ bräuchen und Sitten gut charakterisiertes Volk. Yerf. macht uns mit letzteren eingehender bekannt. Prof. Dr. T. de Aranzadi-Barcelona. 181. R. M. de Azkue: La musica populär baskongada. Bilbao 1901. 16 Seiten mit 14 musikalischen Beispielen. Verf. behandelt hier einen Stoff, der bisher nur ganz oberflächlich verarbeitet worden ist, wohl, weil an denselben immer nur Menschen heran ­ gegangen sind, die entweder keine musikalischen Kenntnisse besassen oder deren klassisch geschultes Ohr für exotische Weisen kein Verständnis hatte. Er unterscheidet hinsichtlich des Tonfalles religiöse und profane Melodien; in dem französischen Gebiete des Baskenlandes herrschen die religiösen und die Liebeslieder vor, in dem spanischen Baskenlande Tanzlieder mit Text, der für gewöhnlich nur ein Vorwand zum Singen ist und wo im wesentlichen das Singen die Hauptsache ist (ausgenommen natürlich die Spottlieder). Unter den Liedern giebt es Wiegen-, Klage-, Spott-, Helden-, Scherz-, Kriegs- und Liebeslieder. Verf. betont den Gegensatz zwischen der Unge ­ bundenheit des Tonfalls, eines R. Wagner würdig, in den baskischen Melodien und dem übermässigen Gleichmaasse in den Abschnitten, Perioden, Sätzen etc. der italienischen Musikschule des 19. Jahrhunderts. Merkwürdig ist auch die Verbindung verschiedener Takte innerhalb einer und derselben Melodie, z. B. eines 3 / 4 oder ö / 4 mit einem 2 / 4 oder 4 / 4 abwechselnd. Diese Verbindung entsteht im allgemeinen durch Verkürzung der Pausen oder durch Ausdehnung einer Kote. Unter den Tanzweisen kommt diese Art der Melodie des öfteren vor, z. B. in dem ersten Stücke des „aurresku“ und indem zweiten der „ezpata-dantza“; im letzteren Falle vermutlich weder durch Verkürzung noch Verlängerung enstanden, sondern eine natürliche, originale Weise. Einige Melodien mit einheitlichen Texten sammelte Bordes in Urrugne und Verf. solche mit kombinierten Takten in Douostia (San Sebastian). Referent hält es für möglich, dass nur die ur ­ sprüngliche Niederschrift ein gleichmässiger Takt gewesen ist. So z. B. sind die „pordon-dantze“ in dem Werke von Fr. Michel, le pays basque und die „saltotako zortzikoak“ im Iztueta 1826 als 6 / g abgefasst worden, treten uns aber in Wirklichkeit im Volke und in allen modernen Kollektionen als ö / 8 entgegen. Unter den Tanzmelodien unterscheidet Verf. das Souletinische „mutyiko“, das Navarresische „ingurutschu“, den Turngesang, den Gegenschritt, das „arin-arin“ (= sehr geschwind) und das zortziko (d. h. acht, nämlich Männer). Dieses letztere richtet sich nach einem Zeitmaass, das aus zwei Tempi zu ­ sammengesetzt ist, nämlich aus einem Tempo von 3 und einem von 2 Achtel ­ noten, d. h. zusammen aus 5 Achtelnoten anstatt 8 an der Zahl; es ist sehr beachtenswert, eigenartig, anmutig, würdevoll, auffällig, aber schwierig,