B. Referate. Ethnologie. 155 Stammbäume durch Alkohol und Syphilis vollkommen degeneriert, und zu ­ dem mit einem so hohen Prozentsatz Geisteskranker, wie noch nirgends konstatiert. Aus dem zahlreichen Vorkommen der Isocephalie bei den degenerierten Nordfriesen einerseits und den taubstummen Juden anderer ­ seits schliesst Verf., dass dieselbe ein Zeichen der Belastung sein muss. Er fasst seine Leitsätze dahin: Unter den Halligfriesen sind die germanischen Langschädel, falls sie je vorhanden waren, völlig ausgestorben. Die Iso ­ cephalie ist unter jüdischen Taubstummen häufiger, als unter ihren voll ­ sinnigen Verwandten, unter diesen häufiger als unter belasteten Juden, aber weit seltner als unter den Halligfriesen und noch seltner im Verhältnis zu den Kindern in Nieblum. Und als Kapitalsatz: in Gestalt der Taubstummen scheidet die jüdische Rasse gewisse Elemente aus ihrem Blute aus, die ihrem Rassenorganismus von Natur nicht angehören. Wir müssen uns vor der Hand eine Kritik dieser Schlüsse versagen, da Verf. nur eine vorläufige Zusammenstellung seiner Resultate giebt; die Materialsammlungen selbst will er erst in grösseren Arbeiten ausführlich behandeln. Sehr verdienstvoll ist der beigegebene Halligstammbaum, und es berechtigt die in Aussicht gestellte Veröffentlichung der übrigen Stammtafeln zu grossen wissenschaftlichen Hoffnungen. Nur eins muss noch gesagt werden, dass die Arbeit wesentlich mehr für sich eingenommen hätte, wenn einzelne neue, recht hypothetische Sätze etwas weniger apodiktisch und mit etwas weniger Fanatismus ausge ­ sprochen worden wären. So stehen z. B. einer wissenschaftlichen Arbeit Sätze wie die folgenden, wenig an: „Wer zu einem selbst anscheinend intakten Geschöpfe aus belasteter Familie sich hingezogen fühlt, der ist, erkläre ich hiermit, bereits selber psychopathisch veranlagt“. „Alkoholfreie l md sittenreine Stämme spotten jeder Degeneration,“ und so noch mehr; ( Ee Sammlung liesse sich leicht vermehren. Br. II. Lauf er-Giessen. 179. Johannes Jungfer: Über Personennamen in den Ortsnamen Spaniens und Portugals. Wissensch. Beilage z. Jahresber. des Friedrichs-Gymnasiums. Berlin 1902. Es war eine dankbare Aufgabe, in Spanien, wo sich Iberer, Kelten, Eunier, Römer, Germanen, Mauren abgelöst und Spuren ihrer Herrschaft in den Ortsnamen zurückgelassen haben, Beziehungen dieser zu den Eigen- und Volksnamen nachzuweisen, und im Ganzen hat auch der Verfasser diese Dicht leichte Aufgabe glücklich durchgeführt. Dass ihm Irrtümer mit unter ­ laufen sind, darf uns auf einem Gebiete, wo noch so vieles streitig ist, nicht wunder nehmen. Eine schärfere Scheidung der Iberer von den nach Rasse u nd Sprache verschiedenen Kelten wäre wünschenswert gewesen; so ist bei ­ spielsweise der Göttername Tullonius und Tullonium, eine Stadt der Varduler, sicher keltisch, ebenso Astures, Artabri, Cantabri, Callaeci (vom Stamm Cal vv ie Caledus, Caledonia, Caletes, Ancalites). Der Name Wasken (span, b