В. Referate. Etimologie. 153 Eigentlich müsste man die Schädel höhe nicht mit der Länge allein und auch nicht mit der Breite allein, sondern vielleicht mit der Summe von Länge und Breite in Beziehung bringen. Mancher Irrtum ist schon aus der Verwendung des Längen-Höhenindex entstanden und man glaubte oft ethnologische Unter ­ schiede zu erkennen, wo bloss rechnerische Eigentümlichkeiten Vorlagen, die man auf dem Wege einer anderen Darstellung hätte beseitigen können. Was den Rauminhalt der Schädel und seine Beziehung zum Längen- Breitenindex trifft, so wird das Ergebnis der früheren Untersuchung durch die jetzige etwas modifiziert. Die mesocephalen Schädel haben nicht mehr den grössten Inhalt, sondern sie werden darin von den Brachycephalen um ein Kleines übertroffen. Die Ziffern sind dol. 1350 ccm, mesoc. 1388 ccm, krachyc. 1390 ccm. Die Reihe der nach dem Längen-Breitenindex ge ­ ordneten Rauminhalte zeigt aber die Merkwürdigkeit, dass 2 ausgesprochene relative Maxima vorhanden sind, eines bei Index 77 mit 1440 ccm, das andere bei Ind. 82 mit 1459 ccm, bei einem Schwanken der Einzelmaasse der 255 Schädel von 1025—1796 ccm und einem Gesamtdurchschnitt von 1382,1 ccm. Man könnte in den Anschwellungen bei Index 77 und 82 eine Beziehung zu den beiden Rassenkomponenten finden, der Yerf. drückt sich aber in dieser Abhandlung weniger bestimmt aus als in seiner e rsten. Die Thatsache, dass unter den holländischen Schädeln der Amster ­ damer Anatomie sich gerade bei Index 77 und bei Index 82 besonders grosse finden, geht auch aus der Betrachtung der Längen- und Breiten- maasse (S. 148) hervor. Dabei ist aber kritisch zu berücksichtigen, dass der ’Yerf. Männer- und Frauenschädel durcheinander verwendet, und dass dabei nicht auf jeden Längen-Breitenindex das gleiche Prozentverhältnis zwischen den Zahlen der Schädel beider Geschlechter zu erwarten ist, wie <‘ s doch sein müsste, um unanfechtbare Ergebnisse abzuleiten. Es ist möglich, dass zufällig gerade auf die Indices 7 7 und 82 verhältnismässig mehr Männerschädel fallen, und dann würde sich das grössere absolute Maass and der grössere Rauminhalt auf einfache Art erklären. Der Verl, spricht Slc h darüber nicht aus. Ferner ist zu bedenken, dass die Schädel der Anatomien meist von Individuen der unteren socialen Klassen, selten von hervorragenden Persönlichkeiten herrühren; den letzteren Umstand hat Bolk selbst in seinem Vortrag über die Rechtshändigkeit beklagt. Die unter ­ suchte Schädelreihe ist daher ganz anders zusammengesetzt als die holländische Bevölkerung. Eine Schädelreihe, die prozentual genau so zusammengesetzt ls E wie die wirkliche Bevölkerung, wird kaum aufzutreiben sein, schon weil man die Thatsache gar nicht nachzuprüfen im Stande wäre. Aber man Ginnte die Schwierigkeit umgehen, indem man Schädel aus den verschiedenen s °cialen Schichten für sich untersucht. Man würde dabei auf sehr deutliche Brgebn isse stossen, aber vor allem gilt es, das nötige Material aus den ge ­ il und sonstigen bevorzugten Ständen zu beschaffen.