B. Referate. Ethnologie. 15.1 stellt, clie moralisierende Kulturfabel und endlich einen Typus, bei dem die tierischen Gestalten sich immer mehr in menschliche verwandeln. — Ein weitres Kapitel schildert gewisse Feste, die manche Stämme nach der Er- beutung ihrer Jagdtiere oder zu andrer Zeit offenbar zu deren nachträglichen Versöhnung veranstalten und charakterisiert dabei hübsch die eigenartige Intimität, die sich bei solchen Gelegenheiten zwischen Tier und Mensch offenbart. Die folgenden Kapitel behandeln Jagdmethoden, Tierkämpfe und Haustierzucht. Der innere Zusammenhang ist nicht ganz leicht zu erfassen. Ver ­ stehen wir den Verfasser recht, so können wir als das Leitmotiv des Buches etwa den Satz hinstellen: aus einem Zustande wesentlicher Verwandtschaft mit dem Tiere hat sich der Mensch allmählich herausgearbeitet, wobei ihm das Tier teils als Feind, teils als Gehilfe die grössten Dienste geleistet hat. Aus jener primitiven Zeit aber haben sich mancherlei Überreste und Er ­ innerungen auf höherer Stufe erhalten sowohl in Gestalt der Freude an der Tierfabel wie der Lust am Kampf mit den Tieren wie endlich der Freundschaft mit ihnen. Die Behandlung des Stoffes zeugt in ihrer Klarheit und Anschaulichkeit von grossem didaktischen Geschick, in ihrer psychologischen Feinfühligkeit von einem liebevollen Einfühlen und in der ganzen Art des Überblickes von einer im besten Sinne historischen Auffassung. A. Vierkandt-Brrlin. B. Npecielles. 177. Louis Bolk: Kraniologische Untersuchungen holländischer Schädel. Zugleich ein Beitrag zur Kenntnis der Beziehung zwischen Form und Kapazität des Schädels. Zeitschrift für Morphologie und Anthropologie, 1902. Bd. V, S. 135—180. Mit 11 Textfiguren. Seite 8 des Jahrgangs 1902 dieses Centralblattes wurde unter Nr. 4 über einen Aufsatz des Amsterdamer Anatomen berichtet, worin ans einem Satz von 229 holländischen Schädeln der Nachweis zu führen versucht 'v'trde, dass die mesocephalen durchschnittlich den grössten Rauminhalt haben, 1369 ccm gegen 1364 ccm der dolichocephalen und 1370 ccm der brachy- Ce phalen. Bolk hat mittlerweile das Material etwas vermehrt und seine Untersuchungen erweitert und vertieft. Er verwendete nunmehr 302 Schädel, deren Länge und Breite gemessen werden konnten, und von denen 298 mich die Messung der Bregmahöhe und 255 die Ermittelung des Inhalts (mittels Wasser) gestatteten. Die Ergebnisse gewähren mehrfach ganz neue Gesichtspunkte. Was zunächst die Schädel formen der holländischen Bevölkerung betrifft, so ergaben sich 15,7% Dolichocephale, 52,7 <% Mesocephale und