146 B. Referate. Anthropologie. des gesamten Ohres sowie der einzelnen Teile desselben sowohl rechts als links für die einzelnen Gruppen in ihrem Verhältnis zu einander bespricht, kommt er zu folgenden allgemeinen Resultaten: Die Ohranomalien sind zahl ­ reicher und bedeutender bei den Männern als bei den Frauen, bei den Geistes ­ kranken und Kriminellen beiderlei Geschlechts, als bei den Unbescholtenen und unter den Frauen weit mehr ausgesprochen bei den Kriminellen und prostituierten Frauen als bei den Geisteskranken. Für die Untergruppen der Geisteskranken zeigt sich, dass Epileptiker, Phrenastenische und Dege ­ nerierte die zahlreichsten und schwerwiegendsten Anomalien zeigen, und unter den Verbrechern die Mörder beiderlei Geschlechts. Für die Verteilung auf die rechte oder linke Seite kann allgemein der Satz gelten, dass die Entartungszeichen bei den Kriminellen und Geisteskranken auf derjenigen Seite häufiger sind, die der bei den Normalen bevorzugten Seite entgegen ­ gesetzt ist und zwar weichen dabei am meisten die männlichen Geistes ­ kranken und die Verbrecherinnen vom Normalen ab. Wenn man trotz der Überschätzung der Degenerationsmerkmale durch die Italiener mit dieser ausführlichen, exakten Arbeit wohl zufrieden sein kann, so muss aber ganz entschieden die Methode der Tabellen getadelt werden. Kann man z. B. aus folgenden zwei Reihen der Tab. I Uomini normali d. s. bil mm 51—60 31,8% 34,3 % 9,3% „ 61 in su 68,2o/ 0 65,7% 15o/o sehliessen, dass das rechte Ohr des Normalen grösser ist als das linke, wie es Verf. will? Wenn Verf. es uns nicht sagt, wird es wohl kaum jemand ablesen können. Kurz an Stelle der zusammenfassenden, von 5 zu 5 mm steigenden Gruppen und der dazu gehörigen Prozentzahlen der Individuen ­ gruppen hätten die Reihen der absoluten Maasse und Zahlen gehört. De. H. Läufer-Giessen. 168. D. Schermers: Eenige anthropologische maten bij krank- zinnigen en niet krankzinnigen onderling vergeleken- Psycliiatr. en Neurolog. Bladen 1902, Nr. 6. Mit 9 Tabellen. Im Anschluss an die bereits früher hier (Centralbl., VII. Jahrg., S. 91) besprochenen Untersuchungen hat Verf. noch 50 Geisteskranke mit ver ­ schiedenen Psychosen, 80 Epileptiker und 70 Idioten cephalometrisch studiert, sodass er zusammen mit den früheren Gruppen 5 Reihen (Normale, Demente, an verschiedenen Psychosen Leidende, Epileptiker und Idioten) zu je 100 Individuen erhielt. Aus dieser Zusammenfassung, die Verf. mit derselben Exaktheit, die an der früheren Arbeit zu loben war, ausgeführt hat, hat sich wieder klar gezeigt, dass die Schädelmaasse der Idioten kleinere Mittel ­ werte mit grösseren mittleren Abweichungen aufweisen, als die der 4 andern