B. Referate. Anthropologie. 141 anlagung(?) vorwiegend in Situationsbildern, wobei hauptsächlich gesehene, erlebte Vorgänge reproduziert werden. Der muskulöser angelegte Mann denkt zwar auch in Situationsbildern, doch ist sein Muskelsinn schon in der Anlage für das Vorstellungsleben mehr geneigt als der des Weibes; er neigt zum Schaffen, zum Produzieren. Die intensivere Betonung des Muskel ­ sinns schafft nachhaltige, geistige Vorgänge und erschwert den schnellen Wechsel der Situationsvorstellungen. In der Schulzeit zeigt sich diese Neigung in Situationsbildern zu denken beim Weibe in der Veranlagung ihr Geschichte, Religion, Litteraturgeschichte, beim Knaben dagegen für Mathematik (?). Dort sind die parallellaufenden Spraclibilder betont, hier nicht in gleichem Maasse. Die kulturellen Erfolge der Mathematik (im weiteren Sinne) werden vom Verf. gegenüber der geringeren kulturellen Wichtigkeit der Sprache (?) hervorgehoben. Bei der grösseren Bedeutung, Welche Situationsbilder für das weibliche Denken besitzen, ist es diesen a uck leichter, sich in Situationen hineinzufinden. Dadurch wird Teilnahme, Mitgefühl geweckt, aber auch ein erleichterter Wechsel der Empfindungs- Dualitäten erzeugt: das Weib wird gemütvoll aber nicht gemütstief. Anderer ­ seits (?) entsteht auch das Verlangen nach Teilnahme und Interesse Anderer, der Wunsch diese zu wecken und als deren Folge die Sucht, aufzufallen. Aus dem stärker ausgebildeten Muskelsinn des Mannes leitet Verf. dessen billigeres, beständigeres und objektives Denken gegenüber dem schneller Wechselnden, oberflächlicheren Vorstellen des Weibes ab, ebenso die ßedacht- Sa mkeit, den Ernst, den stärkeren Willen auf der einen, den Frohsinn auf anderen Seite. Der Gedankengang des Verf. ist nicht ohne Interesse, insofern er die Erklärung geistiger Unterschiede in physiologischen Verhältnissen sucht. Zweifellos einseitig aber ist es, den Generationszweck, dem das Weib dient Wut seinen mächtigen Reflexwirkungen, ebenso die Erziehungsresultate in 1 ^ rer geschichtlichen Entwickelung gänzlich ausser Acht zu lassen. Unglück ­ licher als Möbius’ Ausdruck „physiologischer Schwachsinn“ ist die Bezeichnung des weiblichen Denkens als „minderwertig“ mit dessen degenerative!! Bei ­ geschmack. Auf die Geistesströmungen im Verfall begriffener Völker den Ausdruck „weibliches Denken“ anzuwenden, ist falsch, weil es sich bei Jenen um etwas Pathologisches, um Degeneration handelt, auch weil diesen Oj „ t tr °uiungen die Lichtseiten des weiblichen Denkens fehlen. — Die Stellung ^es Verf. gegenüber der Frauenfrage ergiebt sich aus dem Referierten. Kellner- Untergöltzscli. 161- F. von Oefele: Prähistorische Parasitologie nach Tierbeob ­ achtungen. Archives de Parasitologie, 1902. Bd. V, S. 117. Antiparasitäre Einrichtungen existieren nicht bloss im ganzen Tier-, ändern auch im Pflanzenreiche; indessen dürfen nur diejenigen, welche mit