B. Referate. Urgeschichte. 127 Steinplatten bedeckt; einzelne Steine waren sehr gross, so dass 6—8 Menschen zur Fortschaffung notwendig waren. Das Ergebnis der genauen Untersuchung ist: eine kleine natürliche Bodenerhebung ist zur Errichtung eines grossen Scheiterhaufens hergerichtet. Die Erhebung wurde zunächst gleichmässig mit weissem Sand bestreut — die verbrannte Holzmasse (Scheiterhaufen) muss sehr beträchtlich gewesen sein, denn eine ausgedehnte Schicht von 3—5,5 Werschok (12—16 cm) Asche ist übrig geblieben. Auf dieser Aschenschicht ist eine mächtige 1 Sashe (2,1 m) dicke Auf ­ schüttung von gelbem Sand erfolgt. Die Sandschicht ist von Kohlen- und Aschenstreifen unregelmässig durchzogen. Auf der Schicht, zum Teil in derselben, befinden sich grosse Kieselsteine; viele dieser Steine zeigen die Spuren der Einwirkung eines starken Feuers, sie zerfallen leicht. Es lässt sich nicht ermitteln, durch was für ein Feuer die Steine angegriffen worden sind, ob durch das Feuer des ersten Scheiterhaufens oder ein späteres. Kiese Aufschüttungsschicht diente zur Aufnahme einer Anzahl Leichen aus Verschiedenen Zeitepochen; einige Skelette in sitzender Stellung befinden sich in einer Tiefe von 2 J / 2 Arschin (1,75 m), die grosse Menge der übrigen Skelette in einer Tiefe von nur 1 Arschin (0,70 m). Was die Zeit betrifft, so gehört der tiefe Scheiterhaufen in das X. Jahrhundert, die tiefer liegenden sitzenden Skelette in das XII. und XIII. Jahrhundert, die °berflächlich liegenden Skelette in das XV. und den Anfang des XVI. Jahr- bndert. — Die in der nächsten Nähe befindlichen Kurgane bieten nichts besonderes dar. — Eine andere Reihe von Ausgrabungen beschäftigt sich mit den Kurganeh 111 der Nähe des Dorfes Djälliga, von denen ein grosser Teil bereits durch üwanowski untersucht worden ist. Die Ergebnisse sind, wie sonst, sehr Mannigfaltig; die vielen Einzelheiten können nicht wiedergegeben werden. Prof. Dr. L. Stieda-Königsberg. 151. A. Spitzyn: Über Ausgrabungen in der Nähe des Dorfes Baschmatschka im Gebiet von Jekaterinoslaw. 1897. Mit 20 Figuren im Text. (Russ.) Nachrichten der k. archäolog. Kommission. St. Petersburg 1901. Liefg. 1, S. 69—79. Drei Werst vom Dorf Baschmatschka, nahe der von Jekaterinoslaw üac h Snamenka führenden Poststrasse befindet sich eine Gruppe von Kur- ganen von verschiedener Grösse und verschiedenem Aussehen; davon wurden b Kurgane aufgegraben und genau untersucht. Sehr genaue Beschreibungen und Fundberichte liegen vor. Es handelt Slc h um sogenannte skythische Kurgane mit Resten von Pferdeskeletten ll ‘ s - w., ein Grab war bereits ausgeraubt. Bemerkenswerth sind einige Glasperlen, Perlen von Schwefelkies, goldene Plättchen mit Abbildungen ücr Chimaera (Fig. 12), mit dem Kopf der Athene in Helm und anderes mehr. Prof. Dr L. Stieda-Königsberg.