120 B. Referate. Urgeschichte. Periode jenseits der urgermanischen Grenzen Funde fast völlig fehlen. Etwas später als die Illyrier und Griechen (um 1600) scheinen sich innerhalb Ungarns die Thralten aus zerstreuten Siedelungsgebieten zu einer engen Gruppe zusammengeschlossen zu haben. Durch sie erfolgt dann in der dritten Bronzeperiode eine abermalige starke Besiedelung Ostdeutschlands bis zur Saale, Elbe und Havel mit Einschluss Nordböhmens, jedoch mit Ausnahme Hinterpommerns, Westpreussens und des Nordstriches von Posen. Ihre früheste Nordgrenze wird am besten durch die Grenze der Brandgräber mit den ältesten Formen der Buckelurnen und deren typische Begleiter ­ scheinungen umschrieben. K. bezeichnet dieses aus Ungarn und Galizien eingedrungene Volk nach seinen noch in historischer Zeit nördlich der Karpathen nachweisbaren Überresten als Karpodaken. Eine kurze Inhaltsangabe kann natürlich wenig mehr als eine Mit ­ teilung der Ergebnisse bieten. Und doch sind es nicht sowohl diese, als vielmehr die Art ihrer Begründung, die die Arbeit zu einer so bedeutenden Erscheinung der prähistorischen Litteratur stempelt. Geistvolle Ursprungs ­ theorien hat schon mancher angestellt. Hier aber wird zum ersten Male der Weg gewiesen, auf dem sich, wenn auch vielleicht erst an der Hand eines viel reicheren Materiales, als dem Verfasser zu Gebote stand, wirklich sichere Resultate gewinnen lassen. Der Urgeschichtsforschung eröffnet sich damit ein Ausblick in unermessliche Fernen. H. Seger-Breslau. B. Specielles. a) Deutschland. 136. J. Harbauer: Katalog der Merowingischen Altertümer vor Schretzheim im Bayer. Schwaben. 2 Teile mit 6 Taf. 8° 98 S. (Gymnasial-Programm Dillingen) 1900/1 und 1901/2 Der historische Verein Diilingen hat seit 1890 ein merowingischs Gräberfeld bei Schretzheim systematisch untersucht mit dem ausserordentlih günstigen Resultat, dass 333 Gräber mit meistens reichen Beigaben auf£- deckt wurden. Die Fundstücke, welche in der Sammlung des historiscfen Vereins zu Dillingen aufbewahrt werden, sind in dem vorliegenden Katalge gräberweise zusammengestellt und werden Stück für Stück exakt beschriefen. Für die Kenntnis der Grabeinrichtung ist wichtig, dass auch die Lage der Gegenstände zum Skelett angegeben ist. Ebenso ist das Geschlecht der Bestatteten angeführt, wenn es aus der Grösse der Skelette und der Art der Beigaben bestimmt werden konnte. Seltene Stücke sind fünf golene Hängebrakteaten (Grab 33). Die unter Nr. 1586, 2406 und 2665 als Nadeln bezw. Ohrlöffel angeführten Geräte könnten nach der Beschreiung vielleicht Schreibgriffel sein. Es verdient hervorgehoben zu werden, dass auch in diesem Merowinger-Gräberfeld, welches einen ganz reinen Chankter