ß. Referate. Ethnologie. 117 schwarzen Bevölkerung. In 40 Jahren hat sich also die Negerbevölkerung etwas mehr als verdoppelt, die Zahl ihrer Geisteskranken aber vervierzigfacht. Bemerkenswert sind ferner die Durchschnittswerte der Gehirngewichte, die Yerf. in seiner Eigenschaft als pathologischer Anatom des State Sanatorium von Georgia feststellen konnte. Das mittlere Hirngewicht des normalen Menschen veranschlagt er für den Mann auf 1403, für die Frau auf 1247 gr. Für das Gehirn weisser Geisteskranker fand er einen Durchschnittswert von 1353 bezw. 1197 gr, für das farbiger Geisteskranker einen solchen von 1229 bezw. 1092 gr. Dr. Buschan-Stettin. 134. L. Brieger: Über Pfeilgifte aus Deutsch-Ost-Afrika. Berlin. kliu. Wochenschrift 1902, Bd. XXXIX, 13. Aus den Belegmassen vergifteter Pfeile der Wakamba gelang es Aerf. zwei schnellwirkende Gifte, beides Herzgifte, und ein mehr langsam wirkendes Gift zu isolieren. Das eine der beiden ersten ist ein chemisch genauer zu bestimmendes (Formel C 29 H 4G O s ), schneeweisses, krystallinisch.es Glycosid, das bei Warmblütern bereits nach 10—15 Minuten fibrilläre Muskelzuckungen, Dyspnoe, Aufschreien, Erbrechen, Krämpfe und Tod, bei Einträufelung in den Bindehautsack mehrere Stunden lang anhaltende Unempfindlichkeit der Hornhaut und Erweiterung, sodann für mehrere Stunden Yerengerung der Pupille hervorruft und mit dem giftigen Agens der Pfeile der Wagogo und des Somalistammes Capo Shakal identisch zu sein scheint, das andere ein amorphes, an der Luft leicht zerfliessliches Glycosid, das bei Einträufelung ebenfalls stundenlange Yerengerung der Pupille, indessen keine Unempfind ­ lichkeit der Hornhaut herbeiführt. Als Ursprungsstätte dieser beiden Herz ­ gifte ermittelte Yerf. die Acoconthera abessynica, deren Zweige, Blätter und Fruchtkerne (jedoch nicht das Fruchtfleisch) sehr giftig sind. —Das chronisch wirkende Gift erzeugt Infiltratiou, lokale Eiterung und Nekrose und stammt von der Kandelaber-Euphorbie her. Dr. Buschan-Stettin. III. Urgeschichte. A. Allgemeies. 135. G. Kossinna: Die indogermanische Frage archäologisch beant ­ wortet. Zeitschrift für Ethnologie 1902. Bd. XXXIY, Heft 5, S. 161—222. Das vielumstrittene Problem der indogermanischen Wanderungen erfährt in dieser Schrift eine neue Beleuchtung. Gustaf Kossinna, von Hause aus selbst Sprach- und Geschichtsforscher, bestreitet diesen Wissenschaften das Hecht, in den Fragen der vorgeschichtlichen Ethnologie eine führende Rolle zu übernehmen. Nur die Archäologie sei dazu berufen, weil sie allein über eine Fülle unverfälschter Zeugnisse aus der Urzeit verfüge. Freilich gehöre