116 B. Referate. Ethnologie. das Okapi alle wesentlichen Züge darbietet, welche die Kopfbildung des Settieres charakterisiert. In der That ist die Ähnlichkeit beider eine grosse, dine Reihe von Charakteren und zumal die rüsselartig ausgezogenen Lippen, welche unter den bisher in Betracht kommenden Tieren nur bei der Elefanten ­ rüsselmaus zu finden wären, sind beim Okapi vorhanden. Indessen wäre der Nachweis der Übereinstimmung auch in den Einzelheiten erwünscht, wenn wirklich das Okapi endgültig als Vorbild des Settieres anerkannt werden soll. Zu erwähnen ist endlich, dass das Okapi in den ägyptischen Jagd ­ darstellungen fehlt und nur in den Bildern von Beni Hassan vorkommt, in welchen nicht nur die in der Wüste thatsächlich anzutreffenden Tiere vor ­ geführt werden, sondern auch die Geschöpfe, welche der Tradition nach in der Wüste hausen sollten, so Greifen und andere Fabelwesen. Nun ist in der That Set der Wüstengott, ob aber das Okapi etwa nach seiner Ver ­ drängung aus dem Nilthal zunächst in die Wüste flüchtete, kann nicht ohne weiteres als sicher angenommen werden. Andererseits ist es durchaus wahr ­ scheinlich, dass man es später mit dem Wildesel, dem die Sage Beziehungen zu Set gab, verwechselte, obgleich nicht jeder ägyptische Gott zu allen Zeiten nur ein einziges heiliges Tier hatte. Thilenius-Breslau. 132. Muskat: Der Plattfuss des Negers. Deutsche medizin. Wochen ­ schrift 1902, Nr. 26. M. hat die Füsse von 6 Togonegern untersucht und ist dabei zu dem Resultat gekommen, dass die frühere Ansicht, der Negerfuss sei unschön gebaut, sei ein Plattfuss, unrichtig sei. Hie 6 Fussspuren (3 3 y ) waren normal gebaut, standen in Bezug auf ihre Grösse im Verhältnis zur Länge des Trägers, hatten gute Wölbung und Hessen die dem Plattfuss eigentümliche Abknickung im Sinne der Abduktion der grossen Zehe ver ­ missen. Nach M. ist der Plattfuss durchaus kein Rassenmerkmal des Negers; wo er vorkommt, beruht er auf den gleichen schädigenden Verhältnissen, die ihn bei der schwer arbeitenden Klasse, besonders durch schweres Tragen auch bei uns hervorbringen. Oberarzt Dr. Kellner-Untergölizsch. 133. M. L. Perry: Some practical problems in sociology by a study of the Southern negro. Medical Record. (New York) 1902. Vol. LXII, Nr. 9. Unter der Negerbevölkerung der Südstaaten herrschen von Krankeiten venerische Affektionen, Tuberkulose und Geisteskrankheiten vor. Im Staate Georgia hat seit dem Jahre 1360, dem Zeitpunkte der Sklavenbefreiung, die Zahl der geisteskranken Schwarzen beständig zugenommen. Bis dahin waren irre Neger überhaupt wohl nicht vorhanden, oder wenigstens nur in verschwindend kleiner Anzahl; 1860 kam ein Geisteskranker auf 10 584, 1870 auf 4225, 1880 auf 1764, 1890 auf 1533 und 1900 auf 1149 der