B. Referate. Ethnologie. 91 plant, eine kleinere aus 8 Tafeln bestehend, für die oberen Klassen der Volksschulen und höheren Schulen berechnet, und eine grössere, die weitere 16 Tafeln enthalten Avird, für den Unterricht auf Hochschulen, Handels ­ schulen, Museen u. s. w.; die kleinere Ausgabe soll 28, die grössere 64 Mark kosten. — Die uns vorliegenden Tafeln, im Format 88 : 62 cm, sind recht charakteristisch ausgewählt j sie bringen in farbenprächtiger und künstlerisch vollendeter, lebenswarmer Ausführung die Brustbilder eines Grossrussen und Eskimo in Uberlebensgrösse zur bildlichen Darstellung. Jeder Tafel ist eine kurze Monographie des betreffenden Typus mit den wichtigsten Litteratur- nachweisen aus der Feder Martins beigegeben. Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass dieses vornehme Tafelwerk ein wirkliches Bedürfnis der anthropologischen Forschung erfüllt und in den Kreisen, in denen Herausgeber und Verleger ihm Verbreitung wünschen, als ausgezeichnetes Lehrmittel, wie bisher es kein zweites auf diesem Ge ­ biete gab, ungeteilten Beifall finden wird. Möge es auch dazu beitragen, dass die Lehre vom Menschen in weitere Kreise dringt und volkstümlich wird. Dr. Bxischan-Stettin. 112. G. Buschan: Chirurgisches aus der Völkerkunde. Mit 6 Ab ­ bildungen. Leipzig, Benno Konegen Verlag, 1902. Verfasser stellt auf Grund einer erschöpfenden Durcharbeitung der einschlägigen Litteratur die Kenntnisse prähistorischer und rezenter Natur- und Halbkulturvölker zusammen. Er bespricht zunächst ausführlich die Trepanation des Schädels auch unter Berücksichtigung der Technik, der angeblichen Indikationen für die Operation und der Erscheinungsform des trepanierten Schädels wie er in unsere Hände gelangt. Auch das „T. sinci- pitale“ behandelt er im Zusammenhänge mit der Trepanation, da es augen ­ scheinlich einem operativen Eingriff seine Darstellung verdankt. Der 2, Ab ­ schnitt beschäftigt sich zunächst mit den Aveit verbreiteten Arten der Blut ­ entziehung durch Skarifikation, Blutsaugen, Schröpfkopf u. s. w. Dann werden Amrschiedene ableitende Verfahren besprochen: Peitschen mit Brenn ­ nesseln, Auflegen hautreizender Pflanzen oder Tiere, Aufstreuen von Asche, Benützung glühender Kohle u. s. av., und die Moxa. Daran schliesst sich die Schilderung der Behandlung von Abszessen, Amputationen, Bruchschäden, Verrenkungen, weiterhin die Mika-Operation, Zirkumzision, Kastration, Infi- kulation, Laparotomie. Zum Schlüsse Avird der AVundbehandlung gedacht, des Deckverbandes und der Sterblichkeit unter den geschilderten Verhält ­ nissen, wobei besonders erwähnenswert ist, dass selbst die nach unseren Begriffen höchst gefährlichen Prozeduren bei der Operation im allgemeinen den günstigen Verlauf nicht beeinflussen, und für diese auffällige Thatsache bleibt uns nur die Annahme als Erklärung, dass die niederen Kulturvölker eine geringere Empfänglichkeit für die Mikroorganismen der Wundkrank-