B. Referate. Anthropologie. — Ethnologie. 89 sehiedenheit des geometrischen Konturs beider Gesichtshäften; je nachdem die eine Gesichtshälfte diesen, die andere jenen Kontur hat, werden drei Haupttypen unterschieden: der hemipolygonale, der asymmetrische polygonale und der asymmetrische krummlinige Typus. Bei den Epileptikern waren nur 5 regelmässige Gesichter ( 17,85 °/ 0 ), hingegen 81,14 °/ 0 asymmetrische und zwar war die hemipolygonale Form die vorwiegende (46,4°/ 0 ). Die Paranoiker und Idioten zeigten mehr die asymmetrische krummlinige Form. In aller Kürze werden noch einige andere Abweichungen der Gesichtsform bei Epileptikern angedeutet, deren ausführlichere Bearbeitung Y. späteren Darstellungen vorbehält. Inwieweit der geometrischen Gesichtsform Gesetz ­ mässigkeit zukommt, werden erst Untersuchungen in grösserem Umfang als die bisherigen darthun können. Dr. Laufer-Grafenberq-Diisseldorf. 109. Joseph Antonini: La dégénérescence et la criminalité chez les pellagreux. Compte rendu du Congrès internat, d’Anthro ­ pologie crimin., 5 session d’Amsterdam, 1902, S. 369—376. Yon 59 hereditären Pellagrösen aus der Provinz Bergamo wiesen 38 — 62°/ 0 Degenerationszeichen (10 mal Henkel- oder asymmetrische Ohren, 9 mal schmale Stirn, 8 mal fronto-parietale Plagiocephalie, 6 mal asym ­ metrisches Gesicht und ebenso oft hydrocéphale Stirn etc.), von 98 nicht belasteten Pellagrakranken nur 18 = 17,9°/ 0 solche auf. Die Kapazität, berechnet aus den drei ITauptschädelmaassen, belief sich bei 51 °/ () der ersten Klasse auf die mittlere Grösse von 1150—1250, hingegen bei 84°/ 0 der zweiten fiel die Kapazität höher als das Mittel aus. Die hereditären Pella ­ grösen ferner besassen zu 33°/ 0 sehr kleine Werte, d. h. unter 1150, und zu 11 °/ 0 höhere, d. h. über 1250, für die Nicht-Hereditären stellten sich diese Zahlen auf 27 °/ 0 und 5,3 °/ 0 . Es scheint sich demnach der Schädel- binnenraum der belasteten Pellagrakranken zu dem der nicht belasteten ähnlich wie der von kriminellen zu normalen Leuten zu verhalten: die ersteren übertreffen die letzteren in sehr kleinen und sehr grossen Werten und sind hinsichtlich der Häufigkeit der mittleren Werte unterlegen, wie auch für Geisteskranke festgestellt ist. Yerf. erblickt in solchem V erhalten ein Degenerationszeichen. Dr. Biischan-Stettin. II. Ethnologie. A. Allgemeines. 110. Friedrich Ratzel: Die Erde und das Leben. Eine vergleichende Erdkunde. 2 Bände. Leipzig und Wien, Bibliographisches Institut, 1902. Preis jedes in Halbleder gebund. Bandes 17 Mark. Wie Ratzel die Geographie aufgefasst wissen will, ist allgemein be ­ kannt; ihm schwebt als Aufgabe von nicht nur eine Beschreibung der Erd-