85 B. Referate. Anthropologie. 103. Th. Volkov: Sur quelques os „surnumeraires“ du pied humain et la triphalangie du premier orteil (et du pouce). Bulletins et Mémoires de la Soc. ¿’Anthropologie de Paris, 1902. Série Y, tome III, S. 274—296. Yerf. bringt zunächst kasuistische Beiträge, indem er weitere Funde des Os trigonum, Tibiale externum, Cuboides secundarium, Cuneiforme I bipartitum, Os Intermetatarsale mitteilt und zum Teil abbildet. Hinsichtlich der Triphalangie von Grosszehe und Daumen, welche Yerf. gegenüber der beute wohl allgemein angenommenen Diphalangie wieder zur Geltung bringen 'vili, stellt er folgende Umwertung auf: das heutige Metatarsale (Metacar- Pale) I soll eine Grundphalanx darstellen, das Cuneiforme I (Trapezoides) dagegen das Metatarsale (Metacarpale) I. Die Tuberositas oss. navicularis des Menschen oder das Tibiale (Radiale) externum der Nager könnten die Spuren des Cuneiforme I (Trapezoides) enthalten, u. s. w. Ehe diese neue Auffassung diskutiert werden kann, ist die Durcharbeitung eines grossen embryologischen Materiales unerlässlich. a. Thilenius-Breslcm. 104. Sante de Sanctis: La ricerca psicológica nella grafica infantile. Rivista d’Italia, 1901, Fase. 2. (30 S.) S. nahm sich die Mühe, 70 Zeichnungen von 24 intellektuell ver ­ schieden veranlagten, 3—8 Jahre alten Kindern zu sammeln und psycho ­ tisch zu analysieren. Siebzehn von ihnen waren Italiener, 4 Abessynier, ö stammten aus Madras. Sie zeichneten verschiedene Gegenstände auf Papier, teils willkürlich, teils auf Geheiss, und zwar entweder nach einem Natur- Modell oder aber frei aus dem Gedächtnis. Die Existenz einer von anderen Beobachtern vermuteten graphischen Ärmst der Kinder stellt S. vollkommen in Abrede. Solche Zeichnungen sind nichts anderes, als eine entfernte psyclxo-physiologische Vorbereitung bei’ künstlichen Darstellung und bilden meistenteils eine genetische Geschichte des Vorstellungsvermögens, sowie des graphischen Imitationstalentes. Die s yehologie des Kindes ist, wie schon W. Wundt aussprach, einem Fehler Unterworfen, weil seine objektiven Beobachtungen durch subjektive Über- gnngen vervollständigt werden. Darum ist es entschieden unrichtig, ge- isse Äusserungen der kindlichen Seele etwa als die ersten Entwickelungs- ®bilen mancher psychischen Funktionen zu berauben und sogar mit den P s )chischen Äusserungen niederer Völker zu vergleichen. Das wäre ein § r °ber anthropomorpher Fehler, denn sie sind nur einfache Nachahmungen er erwachsenen Seele. Br. O. Hovorka, Edler v. Zderas- Wien.