84 B. Referate. Anthropologie. wenn das Blut einer fremden Spezies eingeführt wird, dass andererseits ein ausgiebiger Austausch des Blutes nur möglich ist zwischen Vertretern ganz nahe verwandter Spezies. Um zu erfahren, wie nahe die Tiere mit ein ­ ander verwandt sein müssen, wurden die Versuche im Reagenzglas durch Prüfung der globuciden Aktion von körperfremdem Blutserum weiter ver ­ folgt: bei Zusatz weniger Tropfen defibririerten Blutes zum Serum eines Säugetieres tritt innerhalb derselben Familie (z. B. Maus-Ratte, Hase-Kaninchen, Esel-Pferd, Hund-Wolf-Fuchs, Hauskatze-Jaguar-Angorakatze) wohl eine er ­ giebige Blutmischung ein; hingegen zieht der Farbstoff aus den roten Blut ­ scheibchen aus und geht in Lösung über bei Zusatz t von Blut einer fremden Tierart (z. B. Kaninchen-Meerschweinchen, Schwein-Rind, Igel-Kaninchen, Hund-Katze, wie aller dieser Tiere mit Menschenblut). Die Resultate dieser Reagenzgläschenversuche über die Auflösung körperfremdlichen Blutes durch Blutseru#! decken sich übrigens durchaus mit denen der Landoisschen Transfusionsversuche. Verf. hat die diesbezüglichen Versuche mit Anthropomorphen- und Menschenblut fortgesetzt. Transfusion defibrinierten menschlichen Blutes in die Vene eines Schimpansen lässt keine Erscheinungen auftreten, die darauf schliessen lassen, dass ein Teil des eingeführten Blutes in seinen Adern aufgelöst worden wäre. Nicht so fielen drei Transfusionsversuche mit Menschenblut bei Macacus cynomolgus und Macacus sinicus aus. Schon die Reagenzversuche mit Menschenblut hatten das Resultat ergeben, dass die Blutscheiben aller Tiere aufgelöst werden, ausgenommen die von Primaten. Weiter experimentierte Verf. nach dem von Bordet angegebenen Verfahren. Injizierte er einem Kaninchen in mehreren Intervallen Blutserum einer cynomorphen Affenart, so nahm das Blutserum so vorbehandelter Kaninchen im Reagenzglas die Eigenschaft an bei Berührung mit minimalen Biutmengen von Cyocphalus hamadryas, C. Dschelada, Macacus cynomolgus und Colobus Guereza einen Niederschlag zu geben. Mit dem Blute des Menschen und der anthropomorphen Affen aber gab das Serum der so behandelten Kaninchen nicht die geringste Fällung. Wurde ferner frisches defibriniertes Menschen ­ blut einer cynomorphen Affenart injiziert, so wurde ein geringer Bruchteil des eingeführten Hämoglobins durch den Harn wieder ausgeschieden, hin ­ gegen wurden grössere Mengen defibrinierten Menschenblutes von einem Anthropomorphen gut vertragen. — Alle angeführten Versuche sprechen deutlich für eine Blutsverwandtschaft zwischen Mensch und Menschenaffe; diese beiden dürfen also als eine besondere Unterordnung mit vollem Recht den Cynomorphen gegenübergestellt werden. Br. Buschan-Stettin.