ß. Referate. Anthropologie. 83 6 stehung des Geschlechts — Yerf. hält es für wahrscheinlich, dass die Ei ­ zellen ihr Geschlecht nicht erst während ihrer Reifung gewinnen, sondern von dem ersten Augenblick ihrer embryonalen Entwickelung an besitzen — und über die Reihenfolge der Eireifung. An der Thatsache (Kyber, Nuss ­ baum, Maupas), dass bei vielen niederen Tieren die Art der Ernährung auf das Geschlecht der Nachkommenschaft einen mehr oder weniger intensiven Einfluss auszuüben vermag, insbesondere dass Überernährung die Bildung weiblicher, Unterernährung die männlicher Eier befördert, kann nicht ge- zweifelt werden. Dagegen sind alle Versuche, auch bei den höheren Tieren und dem Menschen, ein^n Einfluss der Ernährung auf die Geschlechtsbildung erweisen zu wollen, als gescheitert anzusehen. Auch gewisse Schwankungen der Geschlechtszahl (grösserer Überschuss männlicher Geburten bei der Land ­ bevölkerung gegenüber der Stadtbevölkerung, geringerer männlicher Geburts ­ uberschuss bei unehelichen Geburten gegenüber ehelichen Greburten) kann uian nicht durch Differenzen in der Ernährung der Mutter erklären. Nach von Lenhossek ergiebt sich für diese Schwankungen eher eine Erklärung, Wenn man berücksichtigt, dass bei den Abortiv- und Totgeburten die Knaben e inen bedeutend höheren Procentsatz ausmachen als die Mädchen und dass Aborte und Totgeburten auf dem Lande im allgemeinen seltener sind als ln den Städten und bei unehelichen Geburten häufiger als bei ehelichen. Jo mehr Aborte und Frühgeburten aber in einer Bevölkerungsschicht oder innerhalb eines Territoriums Vorkommen, desto mehr wird bei den Lebend ­ geborenen der Überschuss der Knaben sinken. Wenn auch bisher zwingende Beweise dafür nicht erbracht sind, dass a uch bei den Säugetieren die Ernährung als geschlechtsbildender Faktor in •betracht komme, so lassen sich doch von vornherein theoretische Bedenken gegen die Möglichkeit einer Beeinflussung des Geschlechts der Eier durch Verbesserung oder Beeinträchtigung der Ernährungsbedingungen des Mutter- mdividuums nicht erheben. Die Schenkschen Theorien haben sich aller ­ dings als völlig unzulänglich erwiesen. Br. Warda-Blankenburg in Th. 101. Hans Friedenthal: Über einen experimentellen Nachweis von Blutsverwandtschaft. Archiv für Anatomie und Physio ­ logie, 1900. Phys. Abteilg., S. 494. 102. Hans Friedenthal: Neue Versuche zur Frage nach der Stellung des Menschen im zoologischen System. Sitzungsberichte der Kgl. Preuss. Akademie der Wissenschaften, 1902. Bd. XXXV, 10. Juli. Landois hatte durch das Tierexperiment festgestellt, dass bei Trans- Sl0n von Blut eines Tieres in die Vene eines anderen eine Auflösung der r ythrocythen, also ein Erscheinen von Blutfarbstoffen im Harn eintritt,