Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften in Verbindung mit £>. Anutschin-Moskau, T. de A ran z ad i-Barcelona, G. Colini-Rom, A. Götze-Berlin, Fr. Heger-Wien, J. Heierli-Zürich, A. H. Keane-London, Y. Koganei-Tokyo, F. v. Luschan-Berlin, L. Manouvrier-Paris, R. Mart in-Zürich, O. M o n te 1 iu s-Stockholm, S. R e i n a c h-Paris, L. Stieda-Königsberg, A. v. Török-Budapest und anderen Fachgenossen herausgegeben und geleitet von Dr. phil. et med. G. BllSChcUI, Stettin. 8. Jahrgang. Heft 2. 1903. A. Originalarbeit Russland in archäologischer Beziehung. Von D. N. Anutschin. 1 ) Schon zu Ende des 17. und zu Anfang des 18. Jahrhunderts begannen sich einige Ausländer, die nach Russland gekommen waren, Urn hier Nachrichten über das Land zu sammeln, für die russischen •Altertümer zu interessieren. Ihrem Beispiel folgte Peter I., der den Befehl erlies, ihm nach St. Petersburg allerhand „Raritäten“ 211 senden. Unter den eingelieferten Gegenständen befanden sich h-uch Altertümer aus Sibirien und von jenseits der Wolga, die in a lten Gräbern gefunden worden waren. Das Gerücht, dass sich in den Gräbern oder Kurganen Sibiriens, wie auch im Süden Russlands Verschiedene Gegenstände, darunter auch wertvolle, goldene, finden, hatte sich rasch im Volke verbreitet, und es entwickelte sich im ^8- Jahrhundert das Gewerbe der „Kurganengräber“ (kurgansciki), di e sich mit dem Ausgraben der Kurgane beschäftigten, um das därin enthaltene Gold und Silber herauszuholen; dadurch erklärt es Slc h, dass viele alte Gräber ausgeplündert sind. Bei einigen von lllen hat die Plünderung augenscheinlich schon in alter Zeit statt- Sefunden durch Leute, die zur Zeit der Begräbnisse lebten und jeden- . Rs darüber unterrichtet waren, dass dem Toten wertvolle Sachen ^ Grab mitgegeben worden waren, wie auch davon wussten, wo g 1) Aus dem russischen „Encyldopädischeu Wörterbuch, herausg. von I X ? c hhaus und Efron“ (Bd. XXVIÜ, St. Petersburg 1900), übersetzt von T. Pech- ^eipzig. ntern ' Centralblatt für Anthropologie. 1903. 5