62 B. Referate. Urgeschichte. 82. Baron Adalbert Nyäry: Ein Friedhof aus dem ersten Jahr ­ hundert unseres Königstums. (Ung.) Archaeol. Ertesitö, N. F., 1902. Bd. XXII, S. 210—241. Mit Abb. In der Gemarkung von Piliny, wo schon früher Baron Eugen Nyary den Spaten mit Erfolg gebrauchte, grub Baron Ad. Nyary den Sirmeny- Berg auf und legte dabei 78 Gräber (mit Münzbeigaben aus der Zeit von St. Stefan bis St. Ladislaus) blos. Der Friedhof zieht sich auf der südl. Seite des Hügels vom Gipfel bis zur Mitte des Abhanges hin. Die Gräber sind koncentrisch zum Gipfel aneinander gereiht. Stand und Alter sind nicht getrennt. Ein Sarg wurde nicht konstatiert. In drei Fällen lag der Tote auf einem Brette. Dafür fanden sich Spuren von Kopfpolster und Überdecke. In drei Gräbern lag ein zusammengedrücktes Ei. In einigen Gräbern waren Spuren von Feuerung nachweisbar, doch war die Leiche davon unberührt geblieben. Eine circa 10 Schritte im Durchmesser auf ­ weisende Stelle war der Ort, wo das Totenmahl bereitet wurde, da sie mit groben Topfscherben und Knochen bedeckt war; doch fanden sich da ­ selbst keinerlei Werkzeuge oder ganze Thongefässe vor. Die Leichen lagen auf dem Rücken und der Kopf war gegen Ost gewendet. Kriegergräber gab es nur zwei, in diese waren die waffen ­ fähigen Männer mit ihren Abzeichen, Pfeilen und Pferden versenkt. Drei ­ mal fand sich ein Torques, „Schläfenringe“ aber waren sehr oft vertreten; letztere dienten als Haarringe. Unter den zahlreichen Armbändern gab es einige von der Form der geschlossenen Reifen, die für die erste Arpaden- zeit charakteristisch sind. Häufig erscheinen auch Fingerringe, doch meistens in Reifenform. Perlenschnüre gab es fünf; Amethyst, Cyprea, Glas, Pasta, Bernstein, Silber und Bronze waren das Material für die Perlen. Ein Reitergrab enthielt ausser dem Begrabenen vom Pferde nur den Kopf und einen Teil des Halses und die Füsse mit dem Zaumzeug. Felix Milleker- Wersehetz. 83. Curcic: Ein Flachgräberfeld der Japoden in Ribic bei Bihac. Wissenschaft!. Mitteilungen aus Bosnien und der Hercegovina 1900. Bd. VII, S. 3—32. Taf. I—III, 46 Textabb. Das vom Verf. und Fiala untersuchte Gräberfeld ist das zweitgrösste Bosniens. Die 214 Gräber, welche eine reiche Ausbeute in das bosnische Landesmuseum lieferten, sind sämtlich Flachgräber und zwar in der Mehr ­ zahl Urnengräber, nur 6 Skelettgräber. Die Urnen waren teils bedeckt teils mit einer Schüssel verschlossen, eine zweite Schüssel diente häufig als Unterlage; ausserdem waren die Urnen oft mit einer oder zwei Steinplatten bedeckt. Ausser den Thonurnen kamen 6 cylindrische Steinurnen und 1 viereckige Steinkiste vor. Die Chronologie des Gräberfeldes ist durch die zahlreichen Fibeln gesichert. Die ältesten sind Certosa-Fibeln (nur 4 Stück),