58 B. Referate. Urgeschichte. von Natur, zum Teil durch Wall und Graben geschützt. — 5. Ansiedlung auf einer von Natur geschützten Anhöhe bei Krhow (Bez. Boskowitz). 6. Burgwall „Na hradiskäch“ bei Senohrad (Bez. Trebitsch) durch Fels ­ abhänge und z. T. einen Wall und Graben geschützt. — In allen Burg ­ wällen wurden Scherben von aus freier Hand gefertigten, z. T. graphitierten Gefässen, Feuersteinmesser, Steinmeissei und Beile, Beinartefakte, bei 5 edrovic auch ein Bronzewirtel, bei Senohrad Thonkegel und ein Bronzenadelfragment, bei Krhov ein Eisenring gefunden. Br. H. Matieqka-Praq. 70. J. Hellich: Kostrove hroby lateneske na Podebradsku (Skelet ­ gräber der La Tenezeit in der Gegend von Podebrad). Pamatky archaeol., 1901. Bd. XIX, S. 385. Mit Abbildungen. (Ygl. dieses Centralbl. VI, S. 246.) 4. Grabfeld bei Kola’j mit Bronzearmbändern und Fibel. — 5. Grabfeld bei Korec (Zehün). — 6. Einzelnfunde (keltische Goldmünze, Bronzepfeilspitze, röm. Eisenmesser mit verziertem Bronzegriff). Br. H. Matiegka-Prag. 71. J. L. Cervinka: Kostrovy hrob u Slavkova (Skelettgrab bei Slavkov und die gallischen Altertümer in Mähren). Casopis vlast. spol. muz. v Olomouci 1901, S. 1. Mit 1 Tafel. Diesen La Tenefund — Skelettgrab mit offenen Arm- und Fussringen, Bronzering, Fibula, insgesamt vom Duxer System, und einem auf der Dreh ­ scheibe gefertigten Topf — benützt Verf., ein guter Kenner der mährischen Prähistorie, zur Besprechung der La Tenefunde in Mähren überhaupt. Die Gräber sind über das ganze Land verbreitet, wurden aber bisher stets vereinzelt gefunden und entbehren (mit Ausnahme eines Falles unter 20) des typischen, kriegerischen Charakters. Zwei erhaltene Schädel waren brachycephal zum Unterschiede von den dolichocephalen, älteren Hocker ­ gräberschädeln. Als Beigaben erscheinen am häufigsten gekerbte oder Buckel ­ armbänder aus Bronze, vereinzelt Glas- und Lignitringe, Bronze- und Eisen ­ fibeln, Eisenschwerter, Lanzen, Pfeilspitzen etc. Überdies kommen einzelne dieser Kultur angehörige Objekte in den zahlreichen Urnenfeldern vor. Aus diesem Umstande, aus dem verstreuten und vereinzelten Vorkommen der Gräber und ihrem friedlichen Charakter schliesst Verf., dass es sich hier nicht um die Reste einer ansässigen, herrschenden Einwohnerschaft, sondern nur um Vertreter einer fremden Kultur und Zeugen eines friedlichen Verkehrs mit dem eigentlichen La Tene-Volke handelt. Br. ff. Matiegka-Prag.