54 B. Referate. Urgeschichte. die Platyknemie der Tibien erwähnt. Verf. vergleicht sein Material mit anderem aus prähistorischen Stätten Siciliens und ' findet stets dieselbe Erscheinung einer starken Ungleichheit des Gesichts — bei geringer Variabilität des Gehirnschädels. Er glaubt, dass, da man diese Erscheinung auch bei anderen mediterranen Stämmen findet (Iberern, Italern), diese starke Variabilität des Gesichtsschädels eine den dolicho-mesocephalen Mediterraneern zukommende und typische Eigenschaft sei (im Gegensatz zur Annahme von [drei] verschiedenen ethnischen Grundelementen, Jacques u. a.), die man überall wieder finde, nicht nur in Europa, sondern auch in Nordafrika. Zu dieser Rasse, mit denselben Eigenschaften ausgestattet, gehöre nun auch die sog. Cro-Magnonrasse, wie ja schon andere Autoren auf dieselben Beziehungen hingedeutet haben. Dass auch unter der heute lebenden sicilischen Bevölkerung solche Typen gefunden werden, ist ebenso natürlich, wie man in Frankreich heute Menschen vom Cro-Magnon-Typus findet. Schliesslich werden ganz kurz die Kulturreste beschrieben und Ab ­ bildungen von ihnen beigefügt: Es fanden sich zwei kleine münzenförmige Kupferstückchen, sechzehn Schaber oder Messerchen aus Obsidian, acht Thonurnen, ohne jede Verzierung, ohne Farbreste, z. T. mit rohen Henkeln; einige Peilen aus Stein, durchbohrt, dann drei grössere durchbohrte Stein ­ kugeln, vielleicht als Knopf, Keulen dienend, endlich ein Stück eines Arm ­ bandes aus einem kohlenartigen Gestein. Dr. Eugen Fischer-Freiburg i. B. o. Balkanlialbinsel und seine Inseln. 62. M. M. Vassits: La Nécropole de Klicevac (Serbie). Revue archéologique. Paris 1902. Bd. I, S. 172—190. Mit Abb. Klicevac an der Donau ist durch ein Thonidol in Glockenform, welches Hoernes beschrieb, als Fundort in weiteren Kreisen bekannt geworden. 1901 grub daselbst Vassits einen Urnenfriedhof auf, der eine ausnehmend schöne Ausbeute an Gefässen mit reichen Kalkeinlage-Verzierungen bot. Der Einfluss auf die Ornamentik weist nach Süden, nach Griechenland hin. Die Analogien der Klicevacer Gefässe selbst wurden jedoch am linken Ufer der Donau gefunden. Schon 1899 fand Referent die Glockenfigur in Temes- Kubin, 1901 aber entdeckte derselbe in Dubovacz einen Urnenfriedhof mit den gleich reichverzierten Gefässen. Wie überall, wo die Keramik hoch entwickelt ist, das Metall fehlt, so wurde auch weder in Klicevac, noch in Dubovacz solches gefunden, und lässt sich auch nur auf Grund von Ver ­ gleichungen bestimmen, dass Klicevac in die Hallstätter Periode einzu ­ reihen ist. Felix Milleker-Werschetz.