52 B. Referate. Urgeschichte. gefässe, die mit nordischen Bronzen der Periode 5 zusammen Vorkommen; aus den Beginne des letzten Jahrtausends vor Chr. Antennen- und Mörigen- Schwerter, Bronzeschiide und Gefässe mit Rad- und Uräusschlangen-Motiven, etwas ältere Bronzetassen und Opferwagen; aus der Mitte des 2. Jahrtausends nordischen Bernstein in Mykenä, südliche Fibeln im Norden und südliche Spiralornamente auf nordischen Bronzen; aus dem Anfauge des 2. Jahr ­ tausends trianguläre Dolche und Celte. Alle diese Gegenstände sind häufig im westlichen Ostereich, in Ostdeutschland und Skandinavien, aber selten in Westeuropa. Demnach ging auch der Handel auf diesem östlichen Wege. In der Diskussion macht Myres gegenüber der Gleichmässigkeit des chronologischen Schemas darauf aufmerksam, dass im Mittelmeergebiete die Kultur und die Expansionsfähigkeit wohl nicht überall und immer gleich- mässig waren, und dass derartige Unregelmässigkeiten sich auch in den nordischen Perioden bemerkbar machen müssten. y> r a. Götze-Berlin. 59. J. Déchelette: Montefortino et Ornavasso. Étude sur la civilisation des Gaulois cisaipins. Revue arcliéol. 1902, S. 245—283. D. hat es unternommen, die archäologischen Yerhältnisse der La Tène- Zeit Oberitaliens, welche ja für die Chronologie dieser Periode überhaupt grundlegend sind, an der Hand einiger neuerer Ausgrabungen zu besprechen. Den Anlass hierzu giebt ihm die Publikation des Gräberfeldes von Monte ­ fortino durch Brizio, welcher im Anschluss an Gozzadini die gallische La Tène-Kultur aus der etruskischen ableiten will, und zwar hauptsächlich mit Hilfe des genannten Gräberfeldes. Dem tritt nun D. entgegen in einer gründlichen Besprechung der Typen und der Chronologie dieser Nekropole. Die Funde zeigen zwar stark etruskischen und nur wenig La Tène-Charakter, auch will D. nicht bestreiten, dass sie dem gallischen Stamm der Senonen angehören, sie können aber schwerlich früher als in den Anfang des 3. Jahrh. datiert werden, und somit entfällt die Möglichkeit, sie als Vorläufer der La Tène-Kultur in Anspruch zu nehmen. In diesem Zusammenhänge sind ferner die beiden Gräberfelder von Ornavasso (San Bernardo und Persona) wichtig. Sie lassen sich durch zahlreiche Münzfunde ziemlich genau datieren, und zwar reichen die Münzen von San Bernardo von 234—80 vor Chr., und diejenigen von Persona von 89 vor Chr. — 80 nach Chr. Diese beiden Gräberfelder zeigen — ab ­ gesehen von römischen Einflüssen in den jüngsten Gräbern von Persona — reinen Mittel- und Spät- La Tène-Charakter; namentlich hat sich hier der Gebrauch des gallischen Schwertes bis ca. 90 vor Chr. fast ausschliesslich erhalten. Beachtenswert ist, dass eine lokale Form der Mittel- La Tène- Fibel ' mit extrem langer Spirale als Überlebsel bis in den Beginn der römischen Kaiserzeit reicht. £) r . A. Götze-Berlin.