B. Referate. Ethnologie. 43 Sapuki, Sanapana, Angaite und Lengua. Von diesen allen erfahren wir historische und — an der Hand eines von dem Zoologen und Forschungs ­ reisenden Dr. Bohls dem Verf. überlassenen Vokabulars der Lengua Gekoin- lahaak —- sprachliche Feststellungen, wobei auch die bereits früher von Koch im Globus behandelten Lengua ausführlicher klassifiziert werden. Dr. IL Th. Pr euss-Steglitz. 47. C. V. Hartman: Etnoyrafiska undersökningar öfver aztekerna i Salvador. Ymer 1901. S. 277 ff. Mit 30 Abbildungen. Nach Abschluss seiner archäologischen Untersuchungen in Costa Rica (s. Centralblatt 1902, IX, S. 254) beschäftigte sich Verf. vom Herbst 1897 bis zum Frühling 1899 mit ethnographischen Studien unter den Azteken in Salvador, den sg. Pipilen. Der vorliegende Aufsatz giebt eine kurze Übersicht über die dabei gewonnenen Ergebnisse. Von grosser Bedeutung ist die vollständige somatologische Untersuchung von 100 Individuen (80 männl., 20 weibl.), die erste dieser Art, die in Central-Amerika ausgeführt worden ist. Die Indianer dieser Gegenden hegen nämlich ein starkes abergläubiges Misstrauen gegen das Photographieren u. dergl., und nur dadurch, dass eine Anzahl Soldaten ihm behufs Untersuchung zur Verfügung gestellt wurde, gelang es dem Verf., ein so reiches Material zu gewinnen. Als merk ­ würdigstes Ergebnis hebt er die geringe durchschnittliche Körperlänge, 150—160 cm, hervor, die er auch bei anderen centralamerikanischen Stämmen, z. B. bei den Quicheen in Guatemala, beobachtet hat, obwohl er bei diesen Zwergvölkern gerade keine Messungen vornahm. Nur etwa ein Viertel von den Pipilen spricht noch aztekisch. Verf. hat bei ihnen eine umfangreiche Wortliste gesammelt; bisher waren von den aussermexikanischen Nahuatl-Dialekten nur sehr unbedeutende Samm ­ lungen vorhanden. Verf. betont die erstaunliche Stabilität der Sprache, die bei einem Vergleich der jetzigen Pipilensprache mit dem Aztekischen des XVI. Jahrhunderts hervortritt. Weiter hat er sich, unter Beihülfe von zwei Indianern, mit der Deutung von aztekischen Lehnwörtern in der spanischen Sprache Centralamerikas beschäftigt, eine infolge der starken Entstellung der Wörter oft sehr schwierige Aufgabe. Acker- und Gartenbau geben den Pipilen ihre Hauptnahrung; sie halten auch die gewöhnlichen Haustiere mit Ausnahme des Schafes; der Truthahn ist sehr häufig, Jagd und Fischfang sind von geringerer Bedeutung. Die wichtigste Kulturpflanze ist der Mais. Bis vor 30 Jahren herrschte noch ein kommunistischer Ackerbetrieb; die ganze Bevölkerung eines Dorfes 8 ln g damals gemeinschaftlich zur Feldarbeit wie zu einem Fest. Vor der Saat wurde, dem Maisgotte geopfert, von Avelcher Sitte noch heute Überreste vorhanden sind. Die kleinen groben Steinbilder des Gottes werden mit Reben von Tradescantia versicolor geschmückt; nachts zündet man