4 2 B. Referate. Ethnologie. die Basis war entweder quer abgeschnitten oder es wurden an ihr zwei Widerhaken aufgespeert; der Schaft wurde in ein Loch der Pfeilspitzen- Basis hineingesteckt. Der Bogen der Irokesen und der die atlantische Küste bewohnenden Irokesenstämme maass 5 1 / 0 bis 6 Fuss Länge; weiter im Innern des Landes hatten die Algonkin kurzen Bogen, ebenso die süd ­ lichen Küstenstämme. p r of. Dr. E. Schmidt-Jena. 46. Theodor Koch: Die Guaikurustämme. Globus 1902. Bd. LXXXI, S. 1—7, 39-46, 69—78, 105—112. Mit Text ­ abbildungen und 1 Tafel. Theodor Koch: Die Maskoi-Gruppe im Gran Chaco. Mitteilungen, der anthropologischen Gesell ­ schaft in Wien, 1902. Band XXXII, S. 130—148. Von seinen ersten vergleichenden Arbeiten über die Anthropophagie und den Animismus der südamerikanischen Indianer ist der Verf. zu speziellen Untersuchungen über die Chaco-Stämme übergegangen, über die im letzten Jahrzehnt besonders der Maler Guido Boggiani auf seinen Reisen umfang ­ reiches und einwandfreies Material zusammengebracht und veröffentlicht hat. Da die Schriften dieses Forschers, der leider vor kurzem, ein Opfer seiner Wissenschaft, auf einer neuen Expedition ermordet worden ist, und andere benutzte Quellen teils nicht leicht zugänglich, teils schwer zu übersehen sind, so muss es dem Leser sehr willkommen sein, hier ein klares Bild von diesen Indianern zugleich mit dein zu Grunde liegenden wissenschaft ­ lichen Apparat zu erhalten, das bei aller Kürze auf erschöpfenden Studien beruht. Es kommt hinzu, dass das K. Museum für Völkerkunde zu Berlin, dessen Schätze Koch benutzen konnte, seit kurzem ausser anderen Chaco- Sammlungeu, umfangreiche Sammlungen Boggianis selbst aus jenen Gegenden nebst einem Katalog von seiner Hand besitzt. Es werden die beiden Hauptsprachgruppen des Chaco behandelt, die Guaikurü, deren Bekanntschaft der Verf. in dem Stamm der Kadioeo machte, als er sich bei der Rückkehr von der zweiten Xingu-Expedition des Dr. Hermann Meyer in Porto Murtinho, Matto Grosso, aufhielt, und die Mascoi. Von den Guaikurustämmen erfahren die Kadioeo, Toba und Pilaga eine ausführlichere ethnographische Darstellung, während die Mokovi, Abipon, Guatschi und Payagua den Quellen entsprechend nur nebenher geschichtlich erwähnt werden. Die Guatschi und Payagua kann man vielleicht in der That mit dem Verfasser der Guaikurügruppe zuzählen. Sprachlich ist nur ein kurzes vergleichendes Vokabular als Beweis der Zusammengehörigkeit der Stämme geliefert. Die Sprachen sollen später in extenso besprochen werden. Maskoi nennt Koch die Machicui Boggianis, die dieser früher als Enimaga bezeichnete. Der Verf. hält nämlich Machicui für die fehlerhafte spanische Auffassung des Namens Maskoi, und in der That werden beide Bezeichnungen für denselben Stamm angewandt. Es gehören dazu die Guana,