B. Referate. Ethnologie. 39 Tonacatecatli „den Willen hatte, ihn durch seinen Hauch zu erzeugen“ (Cod. Tell.-R. Bl. 8), sodass also auch hier die Schnecke das Erdinnere, die Beziehung zu den Erdgottheiten ausdrücke. Kosmische Hieroglyphe ist die Schnecke deshalb, weil das Schmetterlingshäkchen in Verbindung mit den Augen und Schmetterlingen Schneckenmuster (Spiralen) bildend am nächtlichen Himmel u. s. w. vorkommt. — Aus alledem ergeben sich dann gewisse Schlussfolgerungen für die Auffassung der Götterwelt und zwar ins ­ besondere für Quetzalcoatl, Tezcatlipoca und den Eeuergott, die allen ihren Anzeichen nach zu den Erdgottheiten zu rechnen sind, sodass das mexi ­ kanische Göttersystem, auf der Erde basierend, erst in späterer Zeit den Himmel und seine Erscheinungen heranzog und denselben mit gewissen Erdgottheiten bevölkerte und den abstrakten obersten Himmelsherrn Tonaca- tecutli schuf. Die Begründung und strenge Durchführung dieser Ansicht bleibt der Zukunft überlassen. E. ]{, Blümml-Wien. 42. Francis C. Nichoias: The aborigines of the province of Santa Maria, Colombia. American Anthropologist. 1901. N. S. Vol. III, S. 606 ff. Nichoias übersetzt einen Teil eines alten spanischen Buches über die Geschichte der römischen Kirche in Sante Marta (Columbien) aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunders und vergleicht die Indianer jener Gegend und jener Zeit mit den heute dort wohnenden Indianern. Nach dem 1735 ge ­ schriebenen Buche des Pater Alvarez Don José Nicolas de la Rosa lebten damals um Santa Marta herum die Stämme der Aurohuacos (von den Spaniern Oro escondido, verstecktes Gold übersetzt), die Pintados (Tätowierte), die Alcoholados (angeblich von den Spaniern wegen der um die Augen gemalten Linien so benannt, die Alcoholados gehörten mit den Pintados Zu dem Stamme der Tschimile), die Orejones (Grossohren), der indianische Name ist Tomocos), die Acanyutos (angeblich nach der von den Spaniern oft gehörten Anrede: Ha canalla ! so genannt), die Pampanillas (nach dem kleinen Schurz, der das einzige Kleidungsstück von Männern und Frauen bildet, genannt), die Tupes (Cerrados, die sich entfernt haltenden), die Moti- lones (Kurzhaarige), die Guagiros (die „starken und beweglichen“), die Cosinas oder Tignodos, die ihren Namen von dem Bestreichen des Körpers mit e mem Pflanzensaft zum Schutz gegen Mücken erhalten haben sollen. Pater Alvarez macht Angaben über die Ethnologie dieser Indianer, die er als O'Httelgross, breitschulterig, braun von Haut und schwarz von Haar schildert. ^ 0n all diesen Stämmen bestehen jetzt nur noch die Goajiras und die Hotilones, sowie in den Bergen die Aurohuacos (Erwacas, Aruaken); sie haben, obgleich jetzt christianisiert, noch viel von ihren alten Sitten und Gewohnheiten beibehalten. Prof. Dr. E. Schmidt-Jena.