B. Referate. Ethnologie. 37 Ursprungs). Verfasser stellt zum Schluss noch Litterator-Angaben über unabsichtliche oder absichtliche Rotfärbung von Menschenknochen zusammen. Direkte Bemalung der Knochen entwickelte sich wohl aus der Sitte der Leichenbemalung; man hielt den Knochen für den eigentlichen Sitz der Seele und wollte dieser ein Zeichen der Ehrung mitgeben. Die Rotfärbung war auch wohl als notwendige Ausstattung für das Jenseits gedacht. Prof. Pr. E. Schmidt-Jena. 40. M. H. Saville: Mexican codices: A. list of recent reproductions. American xAnthropologist. 1901. N. S. Vol. III. S. 523 ff. Saville giebt eine Zusammenstellung der neuen Reproduktionen älterer mexikanischer gemalter oder hieroglyphischer Aufzeichnungen (Codices), die besonders in den letzten 6 Jahren durch Kingsborough aus Mexico gebracht worden sind. Prof. Dr. E. Schmidt-Jena. 4L K. Th. Preuss: Kosmische Hieroglyphen der Mexikaner. Zeitschrift für Ethnologie, 1901. XXXIII. Bd., S. 1—47 (mit 209 Figuren). Als kosmische Hieroglyphen, d. h. als solche, die sich zugleich in der Darstellung der Erde, des Himmels bezw. des Luftraums und der Unter ­ welt finden, sind bei den Mexikanern drei zu bezeichnen: 1. der Schmetterling, der hauptsächlich in der Gestalt eines Halbmondes erscheint, 2. das Auge u ud 3. die Schnecke, während 4. das Kreuz nicht ganz in diese aufgestellte Kategorie passt. Zunächst bespricht Verf. den „Schmetterlings-Halbmond“ und das «Auge“, wobei aus einer früheren Abhandlung (Ztschr. f. Ethnol. XXXII 118 ff.) in Erinnerung zu bringen ist, dass 1. die Erdgöttinnen und damit verwandte Gestalten in der Nasenscheidewand den Schmetterling in Form e mer stufenförmigen Platte oder eines Halbmonds als Schmuck tragen, die die Ackererde darstellenden Häkchen oder Halbmonde, die auch den °inen Teil des Symbols atl-tlachinolli ausmachen, auf Schmetterlinge zurück ­ gehen und 3. dass aus atl-tlachinolli (-— Wasser und von feuriger Masse durchzogene Erde) folge, dass der Schmetterling ein Symbol der feurigen vulkanischen (?) Erde sei. Diese drei Ergebnisse werden in der vorliegenden ^ r beit erweitert und ergänzt. Die Häkchen, welche die Ackererde be ­ lehnen, finden sich in gleicher Gestalt in der Darstellung des Nacht- Idmmels, des blauen Himmels, des nächtlichen Dunkels, des Erdinnern bezw. des Dunkels der Höhlen und der Unterwelt und zwar meist in Verbindung 111 ‘t Augensternen. Der Mond selbst ist durch einen grossen Schmetterling durgestellt, und Schmetterlinge gehen auch als Strahlen von der Sonne aus. nun die Schmetterlings-Häkchen und Halbmonde wie auch die Sonne ^uriner in Verbindung mit dem Auge Vorkommen, gleichzeitig aber auch zur