B. Referate. Ethnologie. 31 kanischem Gebiet, verficht allen Ernstes den Ursprung der amerikanischen Kultur von derjenigen der alten Welt, die durch die alten Phönizier und andere Völker nach Amerika herübergebracht sei. Dass es auf asiatischer Seite ähnlich denkende Forscher noch heute giebt, die aber mehr auf künftige Entdeckungen harren, als strenge aus dem vorliegenden Material ihre Meinung zu erweisen suchen, ist bekannt. Es war also durchaus angebracht, jetzt die verschiedenen Momente kurz durchzugehen, die hauptsächlich als Stütze des altweltlichen Einflusses auf Amerika im Laufe der Zeit vorgebracht worden sind. Namentlich ist es interessant, wie oberflächliche Ähnlich ­ keiten teils durch den Nachweis der trotzdem vorhandenen Verschiedenheit als Irrtümer dargestellt, teils durch die allgemein menschliche Gleichförmigkeit in den fernsten Teilen der Welt erklärt werden. Trotzdem ist die Arbeit mehr bezeichnend für die beiderseitigen Standpunkte als beweisend, denn niemand wird sich durch einen kleinen Aufsatz bekehren lassen, wenn nicht der Keim dazu schon in ihm vorhanden war. Br. IC. Th. Preuss-Steglitz. 32. 0. T. Mason: Aboriginal American harpoons. A study in ethnic distribution and invention. Report of the U. S. National Museum for 1900, S. 189—304, with 20 plates. Die Arbeit giebt eine ausführliche Beschreibung der verschiedenen in Amerika vorkommenden Harpunentypen, unter besonderer Berücksichtigung der von den Eskimo verwendeten. Die ausserordentliche Mannigfaltigkeit der Formen und die sinnreiche, für alle möglichen Jagdarten berechnete Konstruktion dieser komplizierten, für die Hyperboräer recht eigentlich charakteristischen Jagdwaffe, wird erschöpfend dargestellt und durch instruktive Abbildungen erläutert, sodass die Arbeit für Museumszwecke von hohem Wert ist. Als Hauptgruppen werden unterschieden: die barbed liarpoon, bei der die ablösbare, mit Widerhaken versehene Spitze durch eine Leine mit dem Schaft in Verbindung steht, der wiederum durch eine Schwimm ­ blase im Wasser fixiert wird und die toggle head liarpoon, bei der die starke Fangleine selbst an dem Spitzenträger der Harpune, der in seiner ganzen Länge in das Tier eindringt, befestigt ist und so eine sehr feste Handhabe gewährt. Die Formen von Grönland, Baffinsland und Alaska sind speziell erörtert nebst den zahlreichen, zur Harpune und der Kayak- ausrüstung gehörigen Utensilien. Auch die primitiven Harpunen Südamerikas und des nordwestlichen Nordamerika, sowie die verwandten auf dem nord ­ asiatischen Kontinent vorkommenden Formen werden zum Vergleich heran ­ gezogen und abgebildet. Da die Arbeit ausschliesslich Museumsstücke be ­ schreibt, so kann von einer ausführlichen Inhaltsangabe abgesehen werden, Zll mal solche ohne Illustrationen ihren Zw r eck verfehlen würde. Br. P. Ehrenreich-Berlin.