30 B. Referate. Ethnologie. von unten hinein und legen so den Grund zur Damaszierung. Je schlechter geschweisst, desto reicher die Damaszierung. Durch die späteren Prozesse des Feilens und Schleifens werden dann die beiden äusseren dünnen Stahl ­ lamellen hinweggearbeitet und was noch davon blieb, wird durch das Ein ­ legen in die Ätzflüssigkeit vollends korrodiert, sodass die Damaszierung klar und rein zum Vorschein kommt. 2. Werkzeug der malayischen Goldschmiede. Die malayischen Gold- und Silberschrniede verarbeiten bekanntlich ein reineres und darum reicheres Metall. Die interessantesten Geräte sind: 1. ein konisches Stück Hartholz zum Herstellen von Gold- und Silberdrahtringen; 2. ein sehr leichter Hammer aus der Spitze eines Ochsenhorns; 3. ein Satz Pfriemen und Meissei ver ­ schiedenster Form aus Gong-Metall, dessen Analyse 70,8°/ 0 Kupfer und 29,2°/ 0 Zinn, also Hartbronze, ergab. Die Meissei sind nicht gehämmert, sondern gegossen; 4. eine Formplatte aus reinem Zinn mit eingeprägten Ornamenten zum Aushämmern von Golddraht oder -plättchen. Zinn ist eine Ausnahme; die Formplatten werden sonst gewöhnlich aus einem Gemisch von feinem Laterit- oder Limonitpulver mit kochendem Kokosöl hergestellt und die Ornamente in die noch weiche Platte eingedrückt. 3. Gefässe aus Kupfer und Weissmetall. Das Weissmetall besteht aus 95°/ 0 Zinn und 5°/ 0 Kupfer. Diese Gefässe werden ganz nach der alten europäischen cera perduta-Methode gegossen und nachher auf der höchst primitiven Drehbank abgedreht. 4. Gegossene Ketten ohne Naht. Der Guss dieser Ketten, welche meist zum Beschweren der Wurfnetze dienen, liefert einen hohen Beweis von metallurgischer Kunst sowohl wie von grossem Scharfsinn und Ge ­ schicklichkeit. Trotzdem ist der Prozess so einfach, dass für gewöhnlich sich die Frauen mit dem Guss solcher Ketten befassen, die in beliebiger Länge hergestellt werden können. Der Guss geschieht in zw r ei Abschnitten. Wenn wir uns die Kette aus horizontalen und senkrechten Gliedern zu ­ sammengesetzt denken, so werden zuerst die horizontalen paarweise gegossen und im zweiten Teil die senkrechten in diese hinein. Da eine Beschreibung des Processes ohne die erläuternden Abbildungen nur sclrwer verständlich sein würde, so sehe ich von einer weiteren Besprechung ab. Hof rat Dr. B. Hagen-Frankfurt a. M. 3i. A. H. Keane: Native American culture; iis independent evolution. The International Monthly, 1902. Vol. V, Nr. 3. S. 338—357. Man wird nicht fehlgehen, wenn man annimmt, dass dieser Aufsatz dem kürzlich erschienenen Werke von Zelia Nuttall „The Fundamental Prin- ciples of Old and New r World’s Civilizations“ seinen Ursprung verdankt. Denn dieses Werk, geschrieben von einer langjährigen Forscherin auf mexi-