B. Referate. Ethnologie. 29 lässig zusammengeschweisst und zu einer langen Lamelle ausgehämmert. Die ­ selbe wird dann in eng aneinanderliegende schlangen- oder besser mäander ­ artige Windungen zusammengefaltet, derart, dass die einzelnen Krümmungen alle in der Ebene der Schweissfugen liegen. Solcher eng geschlängelten oder gefalteten Lamellen benötigt man zwei für jeden Kris. Nunmehr werden drei Stücke Stahl, besi bäja, gewöhnlich von alten Werkzeugen her ­ rührend, in eine diesen Lamellen ähnliche Gestalt, aber ohne die mäander ­ artige Faltung gebracht; eines dieser drei Stücke ist beträchtlich dicker, und dies bildet den Kern oder die Mittellage der Klinge. Zu beiden Seiten desselben werden die Mäander- und auf diese die beiden dünneren Stahl ­ lamellen aufgeschweisst, sodass die Klinge jetzt aus fünf der Länge nach aufeinander geschweissten Lagen besteht. Zwei kleine, von den Mäander ­ lamellen abgetrennte und hufeisenförmig gekrümmte Stücke werden schliesslich nach dem breiten Ende derselben aufgeschweisst. Das Ganze wird hierauf zu der verlangten Dicke und Breite zusammengehämmert, was mit einiger Sorgfalt geschehen muss, da die Dimensionen des Kris von grosser gliick- oder unglückbringender Bedeutung für den Besitzer sind. Die bekannte wellenförmige Krümmung oder Schlängelung der Schneiden wird durch separates Glühen und Aushämmern jeder einzelnen Krümmung zu Stande gebracht, nur bei sehr engen Windungen mittels Feile und Schleif ­ stein. Griffzunge und die beiden signifikanten Häkchen am hinteren Ende des breiten Teils werden durch Einkerben und Aushämmern resp. Zurecht ­ feilen hergestellt, der unserm Stichblatt entsprechende Teil wird separat aufgesetzt und besteht aus einem vorher abgetrennten Teil der rohen Klinge, e uthält also ebenfalls abwechselnde Lagen von Stahl und Mäandereisen. Um das bessere Herauskommen der Damaszierung zu befördern, erhält er einige seitliche Einschnitte oder Zähnung. Das Härten geschieht durch ab ­ wechselndes Glühen und Abkühlen in Wasser. Die Schneide wird mit einer Feile roh heraus gearbeitet, ohne aber den mittleren Teil in Mitleiden ­ schaft zu ziehen. Dies geschieht erst auf dem Schleifstein und danach w ird das ganze Blatt nochmals mit der Feile übergangen. Das Letzte ist die Ätzung. Die Klinge wird in einen hölzernen Trog mit einer Mischung von Schwefel, Salz und kochendem ReisAvasser gelegt und verbleibt 2 — 3 Tage darin, bis die Damaszierung erscheint. Zum Schlüsse Avird die Klinge tüchtig nil t Limonensaft abgerieben. R. stellt folgende Yermutung auf: Der ganze Damaszierungsprozess beruht auf dem durch das Mikroskop beAviesenen unvollkommenen und Nachlässigen Zusammenschweissen der einzelnen Lagen des Mäandereisens, das, wie man sich erinnert, zAvischen zwei Stahllamellen gelegt und Aveiss- glühend mit diesen zusammengehämmert wird. Die Hammerschläge treiben den i n d er Weissglühhitze weicheren und flüssigeren Stahl in die Poren u ml hugen des schlechtgeschAveissten Mäandereisens sowohl von oben wie