B. Referate. Ethnologie. 27 ist, genügt die Lektüre der Schillersclien, auf gründlichen Kenntnissen be ­ ruhenden Arbeit, um uns zu überzeugen, wie grundfalsch und thöricht der ­ artige Machtaussprüche sind. Wir haben das Zutrauen, dass die Fortsetzung seiner Studie, welche Yerf. in Aussicht stellt, ebenso reichhaltig und lehr ­ reich ausfallen wird, wie die vorliegende. J)r. H. ten Kate, z. Z. Batavia. 28. Georg Perthes-. Über den künstlich missgestalteten Fuss der Chinesin im Hinblick auf die Entstehung der Belastungs ­ deformitäten. Archiv f. kliu. Chirurgie, 1902. Bd. LVII, Heft 3. Die Veranlassung zu der vorliegenden Arbeit bot dem Yerf. die Ent ­ scheidung der Frage nach der Genese der sogen. Belastungsdifformitäten. Es standen sich hierüber bisher in der Hauptsache zwei Anschauungen gegenüber: nach der einen spielt der Knochen eine wesentlich passive Rolle, er giebt der auf ihn einwirkenden Druck- oder Zugkraft passiv infolge seiner Plastizität nach; nach der andern transformiert eine veränderte Inanspruch ­ nahme den Knochen in seinem inneren Rau und in seiner äusseren Gestalt nicht etwa dadurch, dass der Druck selbst direkt ihn modelliert, sondern vielmehr durch die Wirkung des trophischen Reizes der Funktion. Die Sitte der Fussverunstaltung bei den Chinesinnen nun bietet eine Stütze für die zweite Möglichkeit. Während eines 8-monatlichen Aufenthaltes in Peking als Arzt eines Feldlazaretts fand Yerf. Gelegenheit, an 11 chinesischen Mädchen von 14—20 Jahren und einer Frau von 40 Jahren 3 Gypsabgüsse, 3 Photo ­ graphien, 5 Röntgenbilder und 6 Russabdrücke der verkrüppelten Fiisse aufzunehmen. Diese Betrachtungen (13 Abbildungen), sowie seine sonstigen Ermittlungen über die Methode und das Resultat der Bandagierung, schliesslich auch die Zusammenstellung und Berücksichtigung der einschlägigen Litteratur lassen die Arbeit auch für den Ethnologen wertvoll erscheinen. — Be ­ züglich der von ihm am Eingänge aufgeworfenen Frage kommt Yerf. zu folgendem Resultat: Wir haben zwei Arten von Vorgängen bei der Ent- vvdcklung des chinesischen Frauenfusses zu unterscheiden, auf der einen Seite passive Formenveränderung, die der während seiner Wachstumsperiode und ■wahrscheinlich noch darüber hinaus plastische Knochen unter der abnormen Belastung erfährt, und auf der andern reaktive Vorgänge der funktionellen Anpassung. Dr. Buschan-Stettin. 29. W. Laurence H. Duckworth: Some anihropological results of the Skeat expedition to the malay peninsula. Witli plate X. Journal of the Antliropological Institute, 1902. Vol. XXXII, S. 142—152. Es handelt sich hier um ein Skelett und einige wenige Messungen an lebenden Individuen des Pangan-Sakai-Stammes. Zunächst wird die