22 B. Referate. Ethnologie. einer periodischen Steigerung des Geschlechtstriebes im Frühjahr und Herbst (grosse Feste, vor allem solche erotischen Charakters), ihren Einfluss auf die Empfängnisziffer, sowie auf die Zunahme der geschlechtlichen Vergehen, wie der Verbrechen überhaupt, das stärkere Auftreten von Irrsinn, Selbst ­ mord u. a. m. zu bestimmten Jahreszeiten. Der dritte Abschnitt (S. 163—291) ist zw r ar mehr medizinischen Charakters, bringt aber auch mancherlei Abschweifungen auf das ethnologische und kulturgeschichtliche Gebiet. Es behandelt den Auto-Erotismus, im be ­ sonderen die Masturbation. j>. Buschan-Stettin. B. Specielles. 22. J. Roscoe: Further notes on the manners and customs of the Baganda. Journal of the Anthropological Institute of Great Britain and Ireland, 1902. Vol. XXXII, S. 25. Diese Arbeit ist eine weitere Ausführung von kurzen Notizen über die Waganda, die der Verf. in einem früheren Jahrgang derselben Zeitschrift gegeben hat, und bildet eine wertvolle Ergänzung und Erweiterung der Mit ­ teilungen, die bereits Felkin, Ashe, Mackay u. a. über Uganda geliefert haben. Es sind auch diesmal, wie der Titel besagt, nur einzelne Stücke aus der Ethnographie von Uganda, keine zusammenhängende Darstellung derselben, aber einige Abschnitte sind so ausführlich und behandeln ihren Gegenstand bis in die feinsten Einzelheiten, dass man sie wohl als erschöpfend bezeichnen kann. Ich erwähne z. B. die Kapitel, die über Geburt, Namen ­ gebung, Adoption und der dabei geübten Bräuche, insbesondere über die äusserst merkwürdigen und umständlichen Ceremonien bei Zwillingsgeburten handeln, ferner die Abschnitte über Heirat, Krankheit und Tod, Bestattung und Totentrauer, die sämtlich vieles bisher noch nicht bekannte Material beibringen. Viel neues enthalten auch die Angaben über die gesellschaftliche Organisation des Volkes und die Verfassung und Regierung des Staates; die Waganda sind, wie so viele Völker auf ähnlicher Kulturstufe, in Clans geteilt, die die gleichen charakteristischen Eigentümlichkeiten wie anderswo aufweisen, Exogamie, Totemismus u. s. w. Die Religion ist, wie in einem ausgebildeten Staatswesen selbstverständlich, ziemlich entwickelt; der Verf. zählt 14 verschiedene Gottheiten auf, die ihre eigene Priesterschaft haben; doch ist die animistische Grundlage noch deutlich erkennbar und auch im Bewusstsein des Volkes noch nicht verwischt. Nicht weniger wichtig und inhaltreich als die wenigen hier hervorgehobenen, sind die weiteren Kapitel über Kleidung und Schmuck, Ackerbau, Viehzucht, Fischfang und Jagd, Kriegführung, Spiele, Grussformen, Märkte, Geld u. s. w. Ich erwähne hier nur noch die meines Wissens ganz neue Angabe, dass vor Einführung der Kauris runde Steine als Geld gedient haben. Wenn der Verf., wie er es