B. Referate. Anthropologie. — Ethnologie. 19 2' (moralisches Irresein); Leopardi. Genauer auf die sehr interessanten Einzel ­ heiten einzugehen, verbietet bei der grossen Litteratur für und wider Lombroso der Raum. — Missfällig macht sich übrigens die grosse Zahl der Druckfehler, die selbst das Druckfehlerverzeichnis nicht verschonen, bemerkbar. Dr. Laufer-Grafenberg-Düsseldorf. ÎI. Ethnologie. A. Allgemeines. 18. N. Vaschide et H. Piéron: Le rêve prophétique dans les croyances et les traditions des peuples sauvages. Bull. et Mém. de la Soc. d’anthropol. de Paris, 1901. N. S. Tome II, S. 195—206. 19. Dieselben: Contribution à la séméiologie du rêve. Ebendas. S. 293—300. Die erste Arbeit bringt wenige Thatsachen und wenige Gesichtspunkte, die nicht schon in allen neueren Behandlungen des Traumes von Rade ­ stock bis Sante de Sanctis zur Genüge erörtert worden wären. Neu sind die Gedanken über die Entstehung des Glaubens der Völker an den prophetischen Wert der Träume. Das eine Motiv soll sein die Erkenntnis, dass das Traumleben weit höher stehe als das Wachleben, insofern in ersterem das Nahrungsbedürfnis und die Ermüdung aufgehoben sei, und auf diese Weise die Seele den Göttern ähnlich werde und mit ihnen in Rapport trete; das zweite liegt im Glauben an die Endlichkeit alles Seins, die der primitive Mensch aus der ganzen Natur abstrahiert; alles im Leben hat ein Ende, aber das Leben des Traumes ist ohne Ende, dieses Ende muss also in einem andern Leben liegen, Aveist mithin auf die Zukunft. Bezüglich der Bedürfnislosigkeit an Nahrung hat bereits Lejeune in der Diskussion darauf hingewiesen, dass sich bei einer Reihe von Völkern die Götter und Seelen der Verstorbenen von Speisen nähren wie die Menschen der Erde; Avir Avollen hinzufügen, dass auch Traumillusionen im Gebiet der Geschmacks ­ empfindung Vorkommen, Avie in der Litteratur durch Rechner und Spitta belegt ist. Hinsichtlich des Mangels der Ermüdung sei an die nach Tis sie zitierten Beispiele Sante de Sanctis’ erinnert, in denen nach der Traum ­ illusion eines angestrengten Marsches Avirkliche Müdigkeit folgte. Der zAveite Grund scheint io der Umkehrung der bisher gültigen und auch kurz zuvor von den Verf. angegebenen Anschauung zu bestehen; denn der Glaube an das jenseitige Leben, so nimmt man an, ist eine sekundäre Vorstellung, die erst auf die Vorstellung von der träumenden, vom Körper losgelösten Seele folgt und durch dieselbe hervorgerufen ist. -— Die ZAveite Darstellung bat hervorragenden kasuistischen Wert für die oft genannten semiologischen