18 B. Referate. Anthropologie. 9,5 cm traf Yerf. an normalen Leichen in 26°/ 0 , bei Dementia senilis in 28 °/ 0 , bei den chronischen Psychosen in 3 8 °/ 0 , bei Dementia congenita in 51°/ 0 , bei Dementia paralytica endlich in 61 °/ 0 der Fälle an, umgekehrt einen kurzen Processus von 2 bis höchstens 5 cm bei den Normalen 20 °/ 0 , der Dementia senilis in 17 °/ 0 , den chronischen Psychosen in 20°/ 0 , der Dementia congenita in 12 °/ 0 und der Dementia paralytica in nur 5 °/ 0 der Fälle. Dr. Buschan-Stettin. 17. Cesare Lombroso: Nuovi studii sul genio. I. Da Colombo a Manzoni. Milano-Palermo 1902. 267 pp. (Biblioteca Sandron di scienze e lettere N. 17.) Die „neuen Studien“ bringen keine neue Theorien über den genialen Menschen, sondern einzelne Monographien zur Stütze der Lehre vom Genie. Yerf. hat hier die Untersuchungen, die er selbst, seine Schüler und Anhänger in den letzten Jahren gemacht haben, gesammelt. Wir treffen auch einige alte Bekannte, die L. schon in „Genio e degenerazione“ und in Uomo di genio“ besprochen hat, und für deren Psychose er jetzt neue Beweise zu erbringen versucht hat, so Cardano, Petrarca (Melancholie), Pascal (Paranoia), Schopenhauer, Tolstoi (nach Mariani, s. Ref. im letzten Jahrgang des Centralbl. S. 88), Yerlaine, der im Uomo di genio zu den Mattoiden ge ­ zählt wird, Savonarola, Rousseau, Comte. Neu hinzugekommen sind auf Grund der Untersuchungen der letzten Jahre: Columbus,*) der lange Zeit von der Lombrososchen Lehre unberührt stand und jetzt paranoisch und moralisch irrsinnig ist; Manzoni, der an psychischer Epilepsie, Phobie uud Melancholie leidet und alle Zeichen genialischer Entartung an sich trägt; der unzweifelhaft geisteskranke Swedenborg, der an hallucinatorischem Wahn ­ sinn litt; F. D. Guerrazi, der Verfasser der gelehrten, gross angelegten, leider zu wenig bekannten Satire „PAsino“, der Hemikranie, Epilepsie, und auf deren Boden Anfälle von Melancholie, Grössen- und Verfolgungswahn hatte; Goethe (hypochondrische Vorstellungen, Lebensüberdruss, Selbstmord ­ neigung, Zwangsdichten, Alkoholmissbrauch, Sammeltrieb). Mehr kursorisch werden behandelt Alexander der Grosse, Cambyses, die Mathematikerin Gaetana Agnesi (Lösung der mathematischen Probleme im Traum, Frühreife, im zwölften Lebensjahr hysteroepileptische Anfälle; Anaphrodisie); der offen ­ kundig geisteskranke Strindberg (konstitutionelle Verstimmung; nach Hirsch, Genie und Entartung, S. 236—41: Paranoia simplex); Richard Wagner, der Frühreife, Fantasie, Egoismus, Erregbarkeit, Zoophilomanie, häufige zwecklose Reisen, Kopfschmerzen, Absencen, epileptische Anfälle vor dem Tode zeigte; Goldoni (Neurasthenie und Melancholie); der Chirurg Maisonneuve *) vgl. Bastian, Der Mensch in der Geschichte, Bd. II, S. 530—32, wo das Geistesleben des Columbus auch auf Genialität oder Wahnsinn geprüft wird.