16 B. Referate. Anthropologie. Chinesen, Koreaner, Tenggeresen Javas, chinesisch-siamesische Mischlinge (89°/ 0 Kinder unter 1 Jahre), einzelne Völker der Philippinen, auch Negritos(!), weiter Kinder auf Madagaskar und endlich Eskimo diese Flecke besitzen; auch an zwei Indianerkindern seien die Flecken konstatiert. Bezüglich des Ortes, den die Flecken auszeichnen, wird neben Steiss-, Sacrolumbal- und Hinterbackengegend auch ein Vorkommen an ganz verschiedenen Stellen erwähnt, Schultern, Fussgelenk, Arm, Rücken. Mischlinge halbeuropäischer Abkunft weisen die Flecke meistens auf. Sie verschwinden meist in den ersten Lebensjahren, können aber bisweilen sehr lange, ja dauernd bestehen bleiben. Dr. E. Fischer-Freiburg i. B. 13. J. H. F. Kohlbrugge: Schädelmaasse bei Affen und Halb ­ affen. Zeitschr. f. Morphol. und Anthropol. 1902. Bd. IV, S. 318—344. Verf. liefert einen sehr wichtigen Beitrag für vergleichende Primaten ­ forschung. Er untersucht an reichem und absolut einwandfreiem Material von Affen- und Halbaffenschädel die Länge (nach Schwalbe, also ohne „Vor ­ bau“), Breite und Höhe. Die Messungen erstrecken sich auf Hylobates (versch. Spez.), mehrere Katarrhinen (darunter z. B. mehr als 250 Makak), dann Cebus niger, endlich verschiedene Lemuren und Tarsius. Von dem reichen, in Tabellen niedergelegten Baumateriale für künftige Arbeiten sei nur erwähnt, dass die Hylobatiden und alle Katarrhinen brachycephal sind (Index 80—83), nur Macacus nemestrinus hyperbrachycephal. Der unter ­ suchte Platyrhine ist dolichocephal, die Halbaffen teils meso-, teils doli- chocephal; Tarsius hat einen Index von nahezu 100! — Neben den Tabellen mit den absoluten und Indexwerten giebt Verf. solche mit den Mittelwerten der einzelnen Spezies, dann solche mit der Verteilung der Indices nach Geschlecht und Alter, sodass für die untersuchten Spezies hier eine erste, zwar kleine aber dauernde Grundlage geschaffen ist. Dr. Eugen Fischer-Freiburg i. B. 14. Eugene S. Talbot: Irregularities of the teeth and their treatment. 4. Edition. Philadelphia, F. A. Davis Comp., 1901. — 546 Seiten. Wenngleich das vorliegende Werk in erster Linie für den praktischen Zahnarzt geschrieben ist, so finden sich doch in ihm eine ganze Reihe Kapitel, die auch den Anthropologen interessieren dürften, wie Einfluss der Vererbung, der intrauterinen Bedingungen, der Konsanguinität, Früh- und Spätheirat, Umgebung, des Klimas, Bodens und der Nahrung, Rasse u. a. Faktoren mehr auf die Gestaltung des Gebisses. Wie alle anderen Arbeiten des Verfassers zeigt auch die vorliegende wieder seine grosse Belesenheit und seinen grossen Fleiss; freilich lässt sich über manche Punkte auch