B. Referate. Anthropologie. 9 der Prozess der Menschwerdung vollzogen hat) aus. Die Bedeutung der klimatischen Einflüsse (Eiszeit, Klima, Vegetation etc.), sowie der Wanderungen des Urmenschen (räumliche Sonderung) führten, wie im 5. Abschnitte (S. 140—181) dargelegt wird, zur Ausbildung der verschiedenen Varietäten des Menschengeschlechtes. Im Anschluss hieran bespricht Verf. die neueren Einteilungsversuche der Menschenrassen (Deniker, Stratz, Wilser etc.) und bekennt sich mit Recht als ein Gegner der Lehre vom Menschen als Dauer ­ typus. Der 6. Abschnitt (S. 182—213) ist der geistigen Entwicklung des Menschen gewidmet. Es werden hier eine Reihe diesbezüglicher Fragen (Beziehung zwischen Schädelform und Gehirngewicht zur geistigen Fähigkeit, Bedeutung der Hirnfurchung, Entwicklung der Sprache, der moralische Sinn etc.) behandelt. Im 7. Abschnitt (S. 214—226) kommt Verf. auf die Geschlechtsunterschiede und die Frage der Frauenemanzipation zu sprechen. Der Vorsprung, den im geistigen Wettkampf das männliche Geschlecht er ­ langt hat, ist keineswegs ausschlieslich auf Rechnung des Unterschiedes in der socialen Stellung zu setzen, sondern auf eine relativ bedeutendere Ent ­ wicklung der nervösen Centralorgane. Im 8. Abschnitte (S. 227—248) endlich erörtert Verf. die neueren Theorien (u. a. de Vries) über die Ver ­ erbung und die Frage, bis zu welchem Grade die Entwicklung des Menschen ­ geschlechtes durch Inzucht und Vermischung beeinflusst worden sind und noch beeinflusst werden. Das Büchlein sei aufs beste zur Aufklärung empfohlen. Dr. Buschan-Stettin. 3. Wettstein: Über direkte Anpassung. Nach einem Vortrag mitgeteilt von Kablitz. Die Umschau, 1902. Bd. VI, Nr. 29. W. hat in einem Vortrage, welcher hier auszugsweise wiedergegeben wird, die Einwirkung der Umgebung auf die Umgestaltung der Lebewesen gezeigt. Europäische, winterkahle Pflanzen lassen unter dem Einfluss der Dopen eine Veränderung der Belaubung eintreten, wie auch bei uns ein ­ jährige Pflanzen dort Tendenz zum Ausdauern erhalten; wertvolle fremd ­ ländische Weizensorten verschlechtern sich bei uns nach wenigen Generationen. Bei Hefenarten ist es möglich, durch geeignete Kultur Rassen zu züchten, welche Sporen überhaupt nicht bilden u. s. w. Wenn auch die an Bakterien und Pflanzen gemachten Beobachtungen der Anpassung und vererbbaren ^ eränderung nicht direkt auf tierische Wesen höherer Organisation und b^- . sonders auf menschliche Verhältnisse übertragen werden können, so sind sie doch wichtig genug, um gewisse Schlüsse zu ergeben und auf die für weitere Beobachtungen geltenden Gesichtspunkte hinweisen zu können. Die Er ­ kenntnis, „dass direkte Anpassung eine fortschreitende und erbliche Ent ­ wickelung des Organismus bei Reduktion funktionell nicht beinflusster ,r gane zulässt, macht uns aber schliesslich auch die offenbare allmähliche