164 B. Referate. Ethnologie. der ethnologischen Stellung der einstigen und heutigen Wogulen iiussert sich der Yf. in sehr reserviertem Tone und beschränkt sich darauf, gewisse ethnographische Analogien (Gebräuche des Götzendienstes etc.) zwischen Wogulen und dem alten Tschudenvolke hervorzuheben. Eine derartige Zu ­ rückhaltung ist hier nun durchaus am Platze; denn wir haben historische Beweise dafür, dass ein ganz analoges Heidentum sich auch bei den alten Permiern und Ostjaken wiederfindet. Dr. Richard Weinberg-Jurjew (Dorpat.) 154. G. Sergi: Crani arabi. Atti d. Società Romana di antropol. 1902. Voi. Vili, S. 80. Untersuchung von 29 Araberschädeln, die sich im anatom. Museum des Jardin des plantes zu Paris befinden; sie gehören teils Bewohnern des eigentlichen Arabien, teils algerischen Arabern an. Mit zweien Ausnahmen, einem Sphenoides rotundus (Index 87,8) und Sph. latus (89,4) sind die Schädel entweder dolicho- oder mesocephal und weisen dieselben Formen auf, wie sie Sergi für den Mediterranier-Schädel festgestellt hat; sie sind nämlich ellipsoicl und ovoid mit den entsprechenden Untervarietäten. Vom mediterranen Typus unterscheidet sich der Araberschädel indessen durch seine gröbere Form und sein Gewicht; freilich kommen auch Schädel in der vorliegenden Serie vor, die dem Mittelländer-Schädel bezüglich der gracilen Form und des Gewichtes vollständig gleichen. Die Ivapacität der Schädel ist nicht gross. Das Gesicht ist noch am meisten charakteristisch: es ist schmal und lang; es besteht Leptoprosopie (gesamter Gesichts ­ index 95,1, Obergesichts-Index 56,5) und Leptorrhine (Index 44,8). Dr. Buschan-Stettin. 155. B. Chalatjanz: Iranische Helden im armenischen Volke. (Russ.) Ethnographische Rundschau. (Moskau) 1900. Bd. XII, Heft 45. Dass der Einfluss iranischer Kultur einst viel weiter reichte, als heut ­ zutage, sucht Yf. durch den Nachweis echt persischer (iranischer) Helden ­ sagen im armenischen Volke näher zu begründen. Helden von enormer Körperkraft, welche diejenige von 120 Elephanten übertraf, spielen ja in iranischen Überlieferungen eine grosse Rolle. In dem weltentlegenen Armenien mit seinem in patriarchalischer Ruhe dahinfliessenden Leben konnte das Andenken solcher längst verklungener Heldenzeiten sich naturgemäss leichter erhalten, als bei anderen Völkern, die schon frühzeitig von dem Strome moderner Civilisation mitgerissen wurden und an eine heldenhafte Ver ­ gangenheit schon längst keine Erinnerung mehr bewahren. Dr. Richard Weinberg-Jurjew (Dorpat).