Band III. Jso 19. Ulis besonderer Derü cd sichtig NN g der Anthropologie und Ethnologie. B e g r n übet v o n K st r l Andre e. In Verbindung mit Fachmännern herausgegeben von Dr. Richard Kiepert. 1111 f(flhiptfi Säljrlid^ 2 Bände ä 24 Nummern. Durch alle Buchhandlungen und Postanstalten ' ' ^ zum Preise von 12 Mark pro Band zu. beziehen. DienlafolPs Ausgrabungen in Susa. Nach dem Französischen der Madame Jane Dienlafoy. I. ^Sämmtliche Abbildungen nach Photographien.^ Von Obock ging die Fahrt nach Aden, von dort aus der „Huzara" nach der Rhede von Karatschi, wo die „Assyria" die Expedition aufnahm; am 27. Januar 1885 wars die ­ selbe ans der gewaltigen 9rhede von Bender-Abbas, wo sämmtliche Flotten Europas manövriren könnten, Anker. Zu beiden Seiten zeigen sich längs der gelben Küste Gärten und zahlreiche Dörfer, inmitten die persische Stadt, im Hintergründe überragt von einer Kette schneebedeckter Berge. Der Ankerplatz befindet sich drei Seemeilen vom Lande bei einem entmasteten Schisse, das an der Grenze der Untiefen liegt und für die Dampfer der englischen Gesellschaft als Magazin und Lagerplatz dient. Da die „Assyria" hier Ladung zu löschen hatte, so erhielten auch die Reisenden Erlaubniß all Land zu gehen. Wie in Obock, kaun auch hier das Boot nicht unmittelbar an den Strand gelangen, so daß man sich die letzte Strecke von Menschen tragen lassen muß. Bender-Abbas unterscheidet sich wenig von den persischen Städten, welche Dienlafoy während seiner ersten Reise be ­ suchte: Neubauten neben Ruinen, Schmutz und Abfälle auf den unebenen, holperigen Straßen, auf den halb unterirdischen, mit Palmblättern überdeckten Bazaren Buden, deren Sauber ­ keit in scharfem Gegensatze zu der Vernachlässigung der vorüber- ulid hindurchführenden Straßen steht. Die Nachricht von der Ankunft der Europäer hatte sich rasch in der Stadt verbreitet, und nun wuchs die sie begleitende, drängende, schimpfende Volksmenge zusehends an; ein Shawlhäudler nahm sich schließlich der ins Gedränge gerathenen Expeditions ­ Globus III. Nr. 19. Mitglieder an und führte sie durch eines der Stadtthore hinaus auf das freie Feld, wo sich auf dem sterilen Boden eine riesige Mimose erhebt. Dort füllten roth gekleidete Frauen ihre cuttif geformten Vasen mit Wasser oder plau ­ derten mit anderen, die wuschen. Hinter diesem Landschafts ­ bilde, welches den von den blendenden Sonnenstrahlen schmerzenden Augen so wohl thut, erheben sich Bauten ans Bruchsteinen, darunter eine fast zusammengestürzte, welche einer alten christlichen Kirche gleicht, und andere pyramiden ­ förmige, letztere Grabdenkmäler von Engländern. Am 28. Januar setzte die „Assyria" ihre Fahrt fort, die am frühen Morgen des nächsten Tages eine ängstliche Unterbrechung durch Auflaufen auf eine Sandbank erlitt. Zum Glück blies der Wind vom Lande her, so daß cs möglich war, mit Hilfe von Segeln und einiger Manöver mit der Schraube bald wieder frei zu kommen. Untiefen sind in diesem sehr seichten Meere überaus häufig; sie ver ­ hinderten auch in Verbindung mit hohem Seegänge eine Landung bei der nächsten Station, Linga, welche sich durch eine Schiffswerft, auf welcher volle Thätigkeit herrschte, aus ­ zeichnete. Der Kapitän mußte sich also damit begnügen, die Post durch ein Boot an Land zu schicken, und sobald das ­ selbe mit seiner bis auf die Haut durchnäßten Mannschaft wieder zurückgekehrt war, wurden die Anker wieder gelichtet und das Schiff, welches bisher von Karatschi an beständig der Küste von Belutschistan und Persien entlang gefahren war, nahm nun seinen Cours itach den auf der arabischen Seite liegenden Bahrein-Inseln. Dieselben sind in 37