388 Naegele : eine Sühneurkunde aus dem Jahre 1468 veröffentlicht hat : 'Entschyd von eyns todschlags wegen Nikel Becken' . Indes glaube ich , den Anfang der richtigen Deutung der Sühnekreuze weit früher ansetzen und einem O O Schwaben das Verdienst zuschreiben zu dürfen . Der schon öfters nannte Geschichtsschreiber des Prämonstratenserklosters Roth in schwaben , Stadelhofer , hat in seiner Chronik ( 1787 ; s . oben S . 254 ) an der Hand von drei Urkunden die rechtliche Deutung vertreten ; er führt zu den Jahren 1484 , 1530 und 1556 Totschlagsühnen an , in denen neben anderen Bussen vom Mörder je ein steinernes Kreuz am Tatort oder einem von den Hinterbliebenen des Erschlagenen zu bestimmenden Ort zu setzen verlangt wird . Ahnlich hat der Ordenshistoriker Maurus Feyerabend in seinen Ottobeurenschen Jahrbüchern ( 1814 ; s . oben S . 376 ) falsche Auffassungen als Mark - und Leichensteine zurückgewiesen und unter Hinweis auf einige Sühneverträge die erst in unseren Tagen erkannte Ansicht verteidigt . Erst viel später hat sich neben anderen legungen auch diese rechtliche Birlinger zu eigen gemacht ( s . oben S . 376 ) . Ganz bestimmt hat sich erst Frauenstädt in seinen Untersuchungen über Blutrache und Totschlagsühne im deutschen Mittelalter ( 1881 ) 1 ) wie mit den verschiedenen Yergleichsmitteln so auch mit der kreuzfrage beschäftigt und sich für 'Sühnekreuze1 ausgesprochen . Wenn er sich über die geringe Zahl der bis jetzt veröffentlichten verträge beklagt und den von allerlei feindlichen Einflüssen gegen die urkundlichen Denkmäler unserer rechtsgeschichtlichen Yergangenheit führten Vernichtungskrieg bedauert , dürfen wir dann nicht um so mehr den ähnlichen Gründen zuzuschreibenden Untergang so vieler monumentaler Zeugen unseres Volkslebens beklagen ? Die Klage des Juristen hat weniger Berechtigung , seit Otto Rieder im Sammelblatt des rischen Vereins von Eichstätt 1891 und 18922 ) Totschlagsühnen im Hochstift Eichstätt nach Beispielen aus dem 15 . und 16 . Jahrhundert ( 1465—1587 ) in grosser Anzahl ( 76 Nummern ) veröffentlicht hat . Unter diesen 76 Beispielen aus dem verhältnismässig kleinen Gebiet sind 63 mal kreuze als Sühnemittel verlangt , ein schlagender Beweis für die Richtigkeit der Deutung der weitaus meisten Steinkreuze ! Marie Andree - Eysn hat aus Salzburg und Umgebung neben sachkundig untersuchtem Steinmaterial zwei salzburgische Sühneverträge aus dem 16 . Jahrhundert ( 1550 ) öffentlicht ( s . oben S . 255 ) . Ein Ulmer Sühnevertrag von 1472 mit richtung eines Sühnekreuzes innerhalb des Etters von Grosskötz ( Günzburg ) 1 ) S . 154—157 . Der Forscher druckt drei Breslauer Totschlagsühneurkunden Nr . 15 ( 1451 ) , 24 ( 1463 ) , 33 ( 1473 ) im Anhang ah ; weit mehr mit blosser Inhaltsangabe schon bei Luchs , Schlesiens Vorzeit 2 , 245 ; Sühne v . J . 1425 aus dem Görlitzer 'Entscheidbuch' in der 'Lausitzschen Monatschrift 1796' bei Naumann a . a . O . S . 5 . 2 ) 6 , 1—58 ; 7 , 1 ; einige weitere in den Neuburger Kollektanenblättern 55 , 52 .