Fragen und Ergebnisse der Kreuzsteinforschung . 261 Bei den in weit zerstreuten Einzelpublikationen angeführten angaben wird sehr oft eine Mitteilung über tatsächliche oder scheinbare Höhe vermisst . Ihrem Schweigen nach zu urteilen beziehen sich die Messungen auf die Höhe über dem Erdboden . Wieviele von den aus mehr als sieben Jahrhunderten stammenden Denkmälern sind tief ins Erdreich eingesunken , durch Wind , Wetter und Menschenhand verkürzt ! Erst durch Ausgrabungen , die ich in den meisten Fällen selbst vornahm , lassen sich die wirklichen Grössenverhältnisse feststellen , und auch die Form der Kreuze stellt sich dem Auge anders dar als in der Versenkung in Erde , Graben , Bach , Schutt u . dgl . So hat sich bei meinen Ausgrabungen oft ergeben , dass die Breite nach unten beträchtlich zunahm , teilweise leicht des festeren Standes wegen . Ja , am Ende des Kreuzstammes bei Serrfeld ( Unterfranken ) fand sich bei Ausgrabungen ein Doppelfuss1 ) . Ich habe eine doppelte Übersicht angelegt , die eine nach den nommenen Messungen und Ausgrabungen , eine andere nach den von Raich und Frank angegebenen Massen bayerischer Steinkreuze , die vermutlich jedesmal nur die Höhe über dem Erdboden betreifen . Nach letzteren2 ) schwankt die Höhe zwischen 58 und 173 cm , die Breite zwischen 47 und 86 cm , die Dicke zwischen 9 und 35 cm ; das höchste ( 173 : 74 : 30 ) findet sich in Raisting am Ammersee . Nach Ausgrabungen von kreuzen in der Riedlinger Gegend waren manche bis zu 75 cm in den Boden eingesunken , ein anderes am Kreuzweg Riedlingen—Altheim sogar ganze 2 m . Daraus ergibt sich von selbst die Unhaltbarkeit der Kombinationen mancher Steinkreuzforscher über das Yerhältnis von Höhe und Breite , über die gleichschenkligen Kreuze und deren Verknüpfung mit ordenskreuzen u . ä . Wohl in den meisten Fällen , wo sich eine auffallende Gleichheit von Höhe und Breite in den Massangaben findet , ist die Länge des im Boden steckenden Teils nicht in Betracht gezogen3 ) . lich ist deshalb auch , wie in dem Aufruf zur Mitteilung von Kreuzsteinen seitens der Schlesischen Geschichtsblätter nur die Höhe über dem boden gefordert werden konnte4 ) . 3 . Kreuzsteininschriften . Was künden unsere Denkmäler von sich selbst ? Stumm ist der Mund dieser eigenartigen Monumente in den weitaus meisten Fällen , nur selten lüftet eine Inschrift oder ein geheimnisvolles Zeichen den Schleier des Geheimnisses , und noch seltener führen Urkunden auf die Spur . Uberaus 1 ) Raich hat nur fünf Kreuzsteine ausgegraben a . a . 0 . S . 43 . Nach Deutsche Gaue 9 , 150 misst das kleinste ( Baisweil ) 0 , 50 m . 2 ) Abb . Deutsche Gaue 4 , 134 . 3 ) So offenbar bei dem Kreuz in Mönstetten oder Dürrlauingen , Deutsche Gaue 3 , 51 . 4 ) 3 , 64 .