Fragen und Ergebnisse der Kreuzsteinforschung . 257 in Lehrern1 ) und Schülern geweckt , deren Streifzügen ich manche grabung und Aufzeichnung verdanke . Das Verzeichnis der selbst genommenen , unveröffentlichten oberschwäbischen Kreuze ist so stark gewachsen , wie auch die Zahl der aus weit zerstreuter Literatur sammelten . So ausgerüstet durch jahrelanges Suchen und Sichten , darf ich vielleicht hoffen , mit den mehr allgemeinen Ergebnissen der folgenden Abhandlung einen kleinen Beitrag zur Verwirklichung des von dem einstigen Tübinger Geologen Branco an Conwentz , den Bahnbrecher unserer Natur - und Heimatschutzbewegung , geschriebenen Satzes zu liefern : 'Will man dahin gelangen , dass ein Volk sich an den denkmälern erfreue und erfrische , so muss man dafür sorgen , dass es die Sprache , welche die Denkmäler reden , auch verstehen lerne'8 ) . 2 . Form , Stoff und Umfang - der Steinkreuze . Die Form dieser über ganz Europa zerstreuten Denkmäler ist mit wenigen Abweichungen überall dieselbe . Die Grundform ist das Kreuz aus einem Stein ( Monolith ) . Weitaus in den meisten Fällen ist das Kreuz in Stein ausgehauen , seltener flach eingehauen . Deshalb einen Unterschied in der Bezeichnung Steinkreuz und Kreuzstein aufstellen zu wollen , ist kaum angängig ; beide Ausdrücke wechseln einst und jetzt noch . Die Längs - und Querbalken bilden gegen die Kreuzung hin bald einen spitzen , bald einen stumpfen WTinkel ; die Mehrzahl der mir bekannt gewordenen Steine und Abbildungen3 ) ist jedoch rechtwinklig geformt . Die witterung und zerstörende Menschenhand hat vielfach die Einzelformen und deren Unterschiede verwischt . Manchmal sind die Quer - und balken geradlinig , öfters keilförmig , manchmal auch nach innen geschweift nach Art von Spitzbogen ( s . Abb . 1 S . 259 ) , dann und wann sind die Kreuzarme am Ende abgerundet oder laufen in ein Kleeblatt , Dreipass , aus , oder sind mit einem Einschnitt in der Mitte nach Art von Ghibellinenzinnen sehen ( Burg bei Laufen , Bayern ) . Raich4 ) hat vierzehn datierte steine aus der Zeit von 1449 bis 1784 verglichen und acht als winklige , mehr byzantinische , die anderen sechs als spitzbogige , an die Gotik erinnernde bezeichnet . Jedoch sind die daraus gezogenen Schlüsse über das Alter der Formen wohl übereilt . Ein anderer bayerischer steinforscher , Frank in Kaufbeuren , ist geneigt , die Form des 'Eisernen Kreuzes' bei den hauptsächlich aus Bayrisch - Schwaben gesammelten 1 ) Vgl . Schermami , Südwestdeutsche Schulblätter 27 , 118 . 2 ) Vgl . Schwäbisches Baumbuch 1911 S . 2 . 3 ) Die wohl reichhaltigste Sammlung von Abbildungen , einfache Handzeichnungen ohne genaue Wiedergabe , wie sie nur das Lichtbild ermöglicht , bieten 'Deutsche •Gaue' 9 , 152 . 4 ) A . a . 0 . S . 44 . Zeitschr . d . Vereins f . Volkskunde . 1912 . Heft 3 . 17