Protokolle . Ill des Vorstandes . Bei einer früheren Gelegenheit hatte Herr Dr . Ed . Hahn auf die Notwendigkeit hingewiesen , die Jugend mehr als bisher der Volkskunde zuzuführen und überhaupt mit grösserem Nachdruck Propaganda für die Volkskunde zu treiben . Dem gegenüber wies Herr Geheimrat Roediger darauf hin , dass der Verein durch seine Sitzungen , er selbst durch seine Universitätsvorlesungen hierzu nach Kräften beitragen und dass die Zeitschrift des Vereins unter der bewährten Leitung von Joh . Bolte einen angesehenen Namen trage . Kongresse für kunde könnten aus Mangel an Mitteln nicht leicht veranstaltet werden , man müsse sich daher auf Zusammenkünfte der Vereinsvertreter beschränken , die den bandstagen deutscher Vereine für Volkskunde beiwohnen . Dieser Verband arbeite an der Verwirklichung bedeutender Aufgaben , wie zunächst der Sammlung von Volksliedern und Segen . Nach den Satzungen unseres Vereins sei die schaftliche Pflege der Volkskunde seine Aufgabe , und der Vorstand halte sich diese Bestimmung stets vor Augen , um sie nach bestem Wissen und Können zu erfüllen . Vorschläge von Mitteln und Wegen , diese Aufgabe noch besser zu lösen , würden stets gern geprüft und wenn möglich befolgt . Herr Stadtverordneter Sökeland bestätigte aus seiner Erfahrung , dass der Zudrang zu Vereinen mit idealen oder wissenschaftlichen Zielen mit wenigen Ausnahmen allgemein zu wünschen übriglasse . Der V orsitzende erwähnte noch , dass durch die grossherzige Beihilfe eines ungenannten Vereinsmitgliedes jetzt die Möglichkeit geboten sei , die Monatssitzungen durch Vorführung von Lichtbildern auch dem Auge ziehender und lehrreicher zu gestalten . Herr Rektor Monk e schlug vor , dass •der Verein sich mit den landsmannschaftlichen Vereinen Berlins in Verbindung setzen möge . Herr Geheimrat Prof . Dr . Conwentz regte an , unter Nennung stimmter Aufgaben Subventionen von Provinzial - und Kommunalbehörden zu bitten , wenn dem Verein einmal finanzielle Schwierigkeiten erwachsen sollten . Herr Privatdozent Dr . Ed . Hahn betonte , dass seine früher gemachten führungen über die Propaganda der Volkskunde besonders unter der Jugend aus allgemeinen Beobachtungen erwachsen seien und keinesfalls dem Vereinsvorstande gelten sollten . Die Volkskunde werde leider in höheren Kreisen noch immer nicht gewürdigt , und es sei zu verlangen , dass der deutschen Volkskunde nicht mindere Mittel zur Verfügung gestellt werden als auswärtigen Unternehmungen . Freitag , den 15 . Dezember 1911 . Der Vorsitzende Geh . - Rat Roediger teilte mit , dass an Stelle Dr . Michels Herr Oberlehrer Dr . Fritz Boehm die Leitung der Zeitschrift des Vereins übernommen habe . Dr . Michel habe bei seinem Fortgange die Vereinskasse durch eine Spende bereichert , wofür ihm gedankt sei . Herr Geheimrat Priedel sprach unter Vorzeigung von Belegen über Glücksschweinchen und Verwandtes . Mehrere Pischarten , Karpfen , Hecht und Forelle , spielen im Volksglauben eine Rolle , indem gewisse Teile von ihnen als glückbringend gelten . Die Schuppen des Karpfens sind als solche wohlbekannt , besonders die des Spiegelkarpfens , auch Karpfenkönig genannt , welche eine Grösse von 35 mm und darüber erreichen . Vom Hecht werden Knöchelchen in Porm von Kreuz und Lanze als zauberkräftig angesehen , und in der Porelle endlich steckt das Urbild des Glückschweinchens , ein Knöchelchen der hinteren Zunge . Dieses schweinchen war früher im Volke wohlbekannt und geschätzt , ist jetzt aber fast vergessen . Eine Seeschneckenart , welche mit ihrem Deckel die Weichteile ver - schliesst , wird ebenfalls vom Volke als glückbringend angesehen , und man trägt diese Deckel als Amulett bei sich herum . Der Unterzeichnete wies darauf hin , dass die Kgl . Sammlung für deutsche Volkskunde entsprechende Schnecken und Muscheln von Braunschweig besitzt , die von alters her in einer Apotheke als mittel gegen Kinderlosigkeit verkauft wurden . Man nannte sie Hochvater und