Bücheranzeigen . 101 möglich , dass die Weizacker Tracht durch Einwanderer dorthin verpflanzt worden ist , wenn auch erst in erheblich späterer Zeit . Dass es aber nun gerade die Altmark gewesen ist , aus der diese Leute kamen ( S . 16 ) , dafür ist der Beweis nicht gelungen . Denn die Altmärker Tracht ist , wie der Yf . selbst bemerkt , eine andere , und die paar verwandten Züge , die er entdeckt ( S . 16 f . ) , liessen sich ohne Mühe auch in jeder anderen Volkstracht wiederfinden . Ich bin absichtlich auf diese methodischen Mängel der Arbeit näher gegangen , weil gerade auf dem Gebiete der Trachtenkunde die Grundsätze schaftlicher Forschung noch fast ganz unbekannt sind . Übrigens treffen meine Ausstellungen auf fast alle neueren Trachtenbücher zu ; es gibt ausser Justis hessischem Trachtenbuch' keines , das wissenschaftlichen Ansprüchen genügte . Hatzfeld . Karl Spiess . Tobias Norlind , Studier i svensk folklore . Lund , Gleerup 1911» XXYI , 432 , 16 S . ( Lunds Universitets Ârsskrift n . f . afd . 1 , bd . 7 , nr . 5 ) . Die fünf hier vereinigten Studien des schwedischen Musikhistorikers behandeln sämtlich interessante Fragen aus der Geschichte des Volksliedes und der Musik und sind , da sie sich keineswegs auf das Heimatsland des Vf . beschränken , sondern die verwandten Erscheinungen bei den Nachbarvölkern ausgiebig berücksichtigen , auch für die deutsche Volkskunde von Wert . Zuerst erörtert N . den 'Ursprung der Dichtkunst , der Musik und des Tanzes' , indem er die von Darwin , Bücher , Wallaschek u . a . aufgestellten Theorien mustert ; ihm scheint der Anfang der Lyrik in musikalischen , d . h . durch harmonische Intervalle und Rhythmus gezeichneten Ausrufen zu liegen ; mit dem rhythmischen Gesänge trat der aus der durch die Arbeit geregelten Körperbewegung und aus nachahmendem Spiele wachsene Tanz in Verbindung , und so entwickelten sich die Anfänge des Dramas , denen erst geraume Zeit später das Epos folgte . — Auf festerem Boden bewegen sich die folgenden Untersuchungen : 2 . Tanz und Musik im schwedischen glauben , 3 . Naturmythen im schwedischen Volksliede , 4 . Lieder bei schwedischen Volksfesten , 5 . Geschichte der schwedischen Polska . Mit ausgebreiteter kenntnis ( das Verzeichnis der benutzten Werke umfasst über 500 Nummern ) führt der Vf . uns die Sagen von dem durch Unterirdische geschenkten Trinkhorn ( vgl . das Oldenburger Horn bei Grimm DS nr . 547 ) , von den Tänzen der Elfen und ihren Wirkungen auf die Menschen , vom Nix und der Wasserfrau , von der zwingenden Gewalt ihrer Melodien und von ihrer Sehnsucht , erlöst zu werden , vor , und betrachtet sodann acht schwedische Volkslieder , in denen ein Mensch von einem elbischen Wesen begehrt und zur Liebe verlockt wird , um dann weder seiner Gewalt anheimzufallen , wie Herr Oluf der erzürnten Elfin , oder ihm glücklich zu entrinnen , wie Jungfrau Agnete dem Nix . Obwohl sich zu mehreren dieser mittelalterlichen Balladen in England , Deutschland und Frankreich stücke vorfinden , glaubt N . doch den Ursprung der ganzen Gruppe im navischen Norden annehmen zu müssen , wo überhaupt diese Dichtungsgattung zuerst ausgebildet wurde . Jünger als jene bis ins 13 . Jahrhundert reichenden epischen Lieder sind die bei den kirchlichen und Jahreszeitsfesten von herumziehenden Burschen angestimmten Gesänge , auf welche die gelehrte Poesie Mehrfach eingewirkt hat ( vgl . oben 20 , 122 über Norlinds Latinska skolsânger ) ; Qeben den Mailiedern bespricht N . die den Schweden eigentümlichen Stephans -