Meyer : Böcherauzeigen . 97 Bticheranzeigen . Wolf Wilhelm Graf Baudissin , Adonis und Esmim . Eine Untersuchung zur Geschichte des Glaubens an Auferstehungsgötter und an Heilgötter . Leipzig , J . C . Hinrichs 1911 . XX , 575 S . Mit 10 Tafeln . 24 Mk . Das überaus gelehrte und scharfsinnige Werk des berühmten Semitisten hat über seine Fachwissenschaft hinaus allgemeinere Bedeutung . Zunächst handelt es sich um methodische Fragen der Mythologie . B . steht im ganzen der neueren Entwicklung der vergleichenden und folkloristischen Religionsforschung mit schiedener Skepsis gegenüber , obwohl er in einigen Punkten sich ihr angenähert hat , so in der Anerkennung von vornherein als heilig verehrter Bäume und Quellen ( S . 37 Anm . , vgl . S . 176 ) , während er in heiligen Steinen und Felsen ( S . 30 . 32 ) nur Denkmäler einer Theophanie sehen will — aber kann nicht eben in dem Felsen selbst die göttliche Kraft sichtbar geworden sein ? — Dieser satz gegen eine gerade auch in der semitischen Religionsforschung herrschende Richtung macht ihn im Gebrauche von Ausdrücken ( wie 'Seele' S . 14 Anm . ) und in der Erklärung der Phänomene ( z . B . wenn er es ablehnt , Baal auf eine einzige Naturkraft zurückzuführen S . 38 ) besonders vorsichtig ; und wer den Unfug kennt , der durch leichtsinnige Anwendung von Terminis ( wie 'Fetischismus' , 'Totemismus' ) und durch vorschnelle Interpretation ( besonders 'naturalistische' vgl . S . 26f . ) angerichtet worden ist , wird für diese Schulung zur Vorsicht dankbar sein müssen . Weiter aber handelt es sich um ein wichtiges mythologisches Einzelproblem mit volkskundlicher Grundlage . Als sein eigentliches Thema bezeichnet es der Vf . selbst , die Entstehung des Glaubens an Stammgötter ( S . 50 ) zu beleuchten , und zwar indem er in dem Fall des babylonisch - phönizischen Schutzgottes die Entwicklung aus dem Naturgott heraus ( S . 54 ) dartun will . Wie weit dies gelungen ist und wie weit die wichtigen Beziehungen zum Alten Testament , die B . ausspricht ( S . 385 f . ) , erwiesen sind , das zu beurteilen entzieht sich natürlich meiner Kompetenz . Aber die Ideen , die auf diesem Wege beleuchtet werden , sind die gleichen , die für alle volkstümliche Weltanschauung von grundlegender Bedeutung sind : vor allem die des Lebens ( S . 56f . 480f . 519 ) , die ich auch für die altgermanische Religion in ihrer kaum zu überschätzenden Wichtigkeit darzulegen suchte ; und damit auf das engste zusammenhängend die der Heilgötter ( S . 390f . ) und Auferstehungsgötter ( S . 403f . ) , wobei der Yf . die Analogie des pflanzlichen Lebens ( S . 433 ) vielleicht doch zu ausschliesslich zum Schlüssel des Unsterblichkeitsglaubens ( S . 426 . 445 . 510 f . ) macht . Das Verhältnis zwischen Gott und Mensch ( S . 494 . 498 ) und der eingeschränkte Ewigkeitsbegriff ( S . 499 Anm . ) sind für diese Fragen ( Auferstehung von Toten S . 403 f . ) ebenso wichtig wie gewisse Symbole : der Eber ( S . 144 . 159 ) , der Phallus ( S . 179 vgl . S . 30 Anm . ) oder gewisse Konsequenzen ( Verwandtschaftsbeziehungen zu den Göttern S . 44 ) . Die Analogie dieser uralten Vorstellungen oder auch unmittelbar ihre Nachwirkung und Fortdauer reicht aber noch weit über den jüdischen erstehungsglauben ( S . 510 ) hinaus . Wie das Verbot des Schweinefleischessens Zeitschr . d . Vereins f . Volkskunde . 1912 . Heft 1 . 7