14 An dree : Aufklärung , noch lange beibehalten . Hilflos standen in Pestzeiten die^ Massen der Seuche gegenüber vom Kaiser bis zum einfachsten Bauern ; hygienische Massregeln , die heute uns schützen , gab es nicht , die wenigen Ärzte waren hilflos . Da erscheint es nur natürlich , wenn die Geängstigten , . Gebildete und Ungebildete , vor der Seuche Fliehenden , sich den träumten himmlischen Mächten zuwendeten und die Heiligen und deren Reliquien um Schutz anflehten . 2 . Prähistorische Schädelschalen . Sprachliches . Schädelschalen im Altertum , im Mittelalter und bei Naturvölkern . Mit dem heilspendenden Tranke aus Heiligenschädeln reicht dieser Brauch in unserem Erdteile bis in die allerneueste Zeit , und wir haben ihn selbst noch beobachten können . Aber er steht nicht einsam da , er hat viele Parallelen , auch in unseren Tagen , und kann auf einen uralten Stammbaum zurückgreifen , wovon jetzt die Rede sein soll . Prähistorisches . Es hat eine Zeit gegeben , in welcher der Urmensch von der Töpferei noch nichts wusste , und es hat lange gedauert , bis er daliin gelangte , den plastischen Ton zu formen und zu brennen1 ) . Aber Schöpfgefässe brauchte er , wollte er zum Auffangen des Wassers nicht bloss die hohle Hand benutzen . Wo die Natur ihm Kalebassen , Muschelschalen und dergleichen bot , mag er diese benutzt haben , sicher aber ist , dass er die so bequem für diesen Zweck gestaltete Schädelschale nach Entfernung der Gesichtsteile dafür verwendete . Irgendwelche sitt - O O liehe Bedenken für derlei Benutzung lagen ihm , der höchstwahrscheinlich auch Anthropophage war , ferne , und er sah nur den praktischen Nutzen . Mir scheint dieses wenigstens die einfachste und natürlichste Deutung der vorkommenden prähistorischen Schädelschalen zu sein , und es ist nicht nötig , ihnen gleich — wie auch geschah — tiefere Bedeutungen zuschieben , als ob es sich um Schädel erlegter Feinde handele , die als Rachezeugnis aufbewahrt wurden oder als Andenken an teure A erwandte , Deutungen , die erst in späterer Zeit zulässig sind . Dass die prähistorischen Menschen Europas nicht selten schädel als Trinkgefässe benutzten , dafür hat die Forschung der wart uns genügende Beweise geliefert . Wir kennen sie , immer mit den Kennzeichen absichtlicher Zubereitung , aus paläolithischer und neolithischer 1 ) Spärliche Anzeichen liegen dafür vor , dass die frühesten Töpfereierzeugnisse bis ins Quartär zurückreichen . Piette fand einige kleine Geschirrbruchstücke rohester Art in der Grotte von Maz - d'Azil , doch hebt er ihre grosse Seltenheit hervor , und die Sache erscheint ihm zweifelhaft ( L'Anthropologie 1903 p . 650 ) . Rutot und andere belgische Prähistoriker legten am 31 . Juli 1904 auf dem Kongress der Fédération archéologique de Belgique in Möns Reste gebrannten Topfgeschirrs aus dem Quartär vor . Tous admettent la connaissance du feu au quaternaire et l'usage de la poterie .