378 von Negelein : Mahren - Zopf und dem ihn verursachenden Hausgeist ist in Frankreich weit verbreitet1 ) , aber auch der Glaube an nächtlich reitende Dämonen nicht unbekannt . 2 ) Für die spukhafte Thätigkeit der lutins wird die Begründung angegeben , sie seien ehemals Pferdeknechte gewesen , die in ihrem Leben die Pferde vernachlässigt hätten und jetzt verdammt seien , für sie zu sorgen . 3 ) Auch in der Bretagne spricht man von einem Kobold , der nächtlich in den Stall eindringt , um die Pferde zu striegeln und ihnen bisweilen die Schwanzhaare abzuschneiden . 4 ) — Wir sehen , dass die Thätigkeit der französischen und keltischen Hausgeister , den Pferden ihren eigentümlichen Mähnenschmuck zu verleihen , in Frankreich wie anderswo zunächst verehrt , dann gefürchtet wird ; dass auch dort von der lichen Arbeit des Mahrs und seinen nächtlichen Ritten die Rede ist ; kurz , dass wir die germanischen Sagenelemente in Frankreich unverändert finden können . Ein sehr instruktives Beispiel für die Entstehung des Glaubens an den Geisterritt auf Pferden bietet eine Saga - Stelle5 ) : Hrafn - kell hatte als Privatmann auf seinem Gute im Osten Islands den Hengst Freyfaxi dem Gott Freyr als seinem 'persönlichen Freunde' 'halbpart' geschenkt , d . h . er wollte sich durch den gemeinschaftlichen Besitz des Tieres zu dem Gott in besonders nahe Berührung setzen und erklärte , „ er sei entschlossen , den Mann zu töten , welcher dieses Pferd bestiege ohne seinen Willen . " Yon solchen Stellen fällt auch auf die Nachrichten von der künstlichen Züchtung heiliger Rosse in deutschen Hainen ein helles Licht . 6 ) Wie wir in den einleitenden Worten dieser Arbeit einandersetzten , werden Tote dem Pferde zum letzten , in historischer Zeit nur symbolisch ausgeführten Ritte übergeben . Bei den Karginzen führt jemand aus der nächsten Yerwandtschaft des Verstorbenen das Leibross des Toten herbei und sagt , dreimal an die rechte Seite des Sarges klopfend : „ Du begiebst dich in die wahre Welt . " 7 ) Die Beltiren stellen den Sarg so , dass die Füsse der Leiche zum Pferde gerichtet sind ; desgleichen die Sagaier8 ) . Sehr häufig ist das Bild des Pferdes auf altgriechischen denkmälern ; es ist ein unerlässliches Attribut des Heros , d . h . in späterer Zeit des männlichen Verstorbenen überhaupt . Leicht wäre es , dem meist innerhalb eines Quadrates dem Bilde des Toten beigegebenen Pferdekopfe eine symbolische Bedeutung abgewinnen zu wollen ; sicherlich sollte das 1 ) s . noch Mme . de Cerny , Saint Suliac 1867 S . 54 ; Amélie Bosquet , La Normandie merveilleuse 1845 S . 128 . 2 ) Rolland 4 , 198 aus Creuse ( nach F . Vincent ) ; vgl . Lefillastre , Superstitions laires du canton de Bricquebec ( Annuaire de la Manche 1832 ) . 3 ) Rolland 4 , 199 aus Finistère ( nach L . F . Sauvé ) . 4 ) Rolland 4 , 199 . 5 ) Hrafnks . bei D . E . Schönfeld , Das Pferd im Dienste des Isländers zur Saga - Zeit ( Dissertation , Rostock 1900 ) S . 5 f . 6 ) Tacitus , Germania cap . 10 ; Zeitschr . f . Ethnol . 33 , 80f . 7 ) Katanoff , Türkische Bestattungsgebräuche in Keleti Szemle 1 ( 1901 ) , 228 . 8 ) Ebenda 107 und 112 .