Die dichterische Phantasie und der Mechanismus des Bewußtseins . Von Hermann Cohen , Dr . phil . " Eaxi yap cpüasi 7ionrjTixr ) ^ ^ujjiTiaaa a { v [ Y ( / . aTU ) 8r ] c Plato , Alcib . II . p . 147 . B . Die Frage nach dem Ursprung der Poesie gehört zu den anziehendsten im Bereiche der Culturgeschichte , aber , wie jede Frage nach dem Ursprung , zu den schwierigsten . Die Keime der dichtenden Productiou , die Anfänge der dichterischen Form der Vorstellungen sind , wie alle Elementarbildungen , schwer aufzufinden , schwer als solche zu erkennen ; und wer ein - mal auf den Proceß der Zerlegung eingegangen ist , der wird schwerlich bei irgend welchen einfachsten Formen stehen bleiben . Zu diesen gemeinsamen Schwierigkeiten einer jeden Entwicke - lungsgeschichte tritt für die Frage nach dem Ursprung der Dichtung eine neue , dieser eigenthümliche . Nicht nur auf den Gemeinplätzen der modernen Bildung , auch innerhalb der gelehrten Fachgenossenschaft hat sich die energische Einsicht noch nicht befestigt , daß in keinem Denk - processe , welches Ansehen er immer habe und wie dunkel auch sein Ursprung sei , eine Schöpfung gegeben sein könne . Man glaubt noch immer , — zwar nicht in mythischer Naivetät , sondern wie es der gebildete Geist vermag , in allerlei Vertretungen und Verhüllungen , — es könne eine Weis - heit mit Einem Schwünge gewappnet aus dem Haupte springen , während doch ein jedes Erzeugniß des Geistes , sofern es durch einen Proceß im Bewußtsein entsteht , gegründet sein muß in früheren Vorstellungen , die in unaufhörlichen Anziehungen Ztitschr . für Völkerpsych . u . Sprachw . Bv . VI . ^