Einleitende Gedanken über Völkerpsychologie , als Einladung zu einer Zeitschrist für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft . 3öir wenden uns nicht bloß an diejenigen Männer , denen die Bearbeitung der Psychologie berufsmäßig und namentlich obliegt , sondern auch an alle , welche die geschichtlichen Erscheinungen der Sprache , der Religion , der Kunst und Literatur und Wissen - schast , der Sitte und des Rechts , der gesellschaftlichen , häuslichen und staatlichen Verfassung , kurz an alle , welche das geschichtliche Leben der Völker nach irgend einer seiner mannigfaltigen Seiten derartig erforschen , daß sie die gefundenen Thatsachen aus dem Innersten des Geistes zu erklären , also auf ihre psychologischen Gründe zurückzuführen streben . Denn die Aufgaben , zu deren Lösung diese Zeitschrift bestimmt ist , überschreiten allerdings den Kreis der Psychologie in ihrem engeren , bisher allein üblichen Sinne und Umfange . Sie erstrecken sich aber über einen be - stimmten , in sich abgeschlossenen Kreis seelischer Thatsachen und bilden darum eine besondere , und zwar psychologische Disciplin , welche ihre eigenthümlichen Ideen zu entwickeln hat . Diese Wissenschaft nun , um die es sich hier handelt , ist noch nicht einmal gegründet , ja ihr Gedanke noch völlig neu und ver - muthlich vielen unserer Leser noch unerhört . Darum , indem wir zu gemeinsamem Bemühen um ihre Begründung und ihren Wei - terbau einladen , haben wir die Pflicht übernommen , uns mit den i . i . 1