ï ) w Buchbesprechungen 201 technische Perfektion abgeglittene Bilder, die keinen Vergleich mit der großen Tuschmalerei Ostasiens aushalten und auch im Rahmen der koreanischen Kunst spätes Epigonentum ver ­ körpern. Es ist daher schwer verständlich, wie der Verlag den Titel „Alte Bilder“ wählen konnte. Auch ist die sehr mäßige Qualität der Reproduktionen nicht geeignet, über das Dürftige der Vorlagen hinwegzutäuschen. Das Typische des Pinselstrichs, die feine Nuancierung der Töne, die Art und die Struk ­ tur des Malgrunds sind verlorengegangen. Die Zeichnung steht hart auf einem einfarbig getönten Grund, oft wie eine Strichzeichnung. Diese Mängel sind um so erstaunlicher, als der Verlag in einem eigenen Vorwort betont, daß mit dem vorliegenden Werk eine Lücke in unserem Wissen um die koreanische Kunst und ihre Vergangenheit ausgefüllt werden soll, und daß das vorgelegte Werk zur Ver ­ tiefung des Verständnisses und der Freund ­ schaft mit dem koreanischen Volk beitragen soll. Angesichts der eben charakterisierten künstlerischen Qualität der meisten Bilderund der Mängel in der Reproduktion erscheint es mehr als fraglich, ob die hier gesteckten Ziele auch nur teilweise erreicht werden können. Im umgekehrten Falle wären wir wenig be ­ glückt, wenn unter dem Titel „Alte deutsche Bilder“ in Korea eine mäßig gute Sammlung von Bildern aus dem 19. Jahrhundert heraus ­ gebracht würde, und diese noch drucktechnisch mangelhaft. Im Verlagsvorwort steht: „Dem Kunst ­ schaffen unterworfener Völker in den fernen Erdteilen begegnete man in Europa über ­ wiegend mit Überheblichkeit und unverhüll ­ ter Indifferenz“. Wie ein solcher Satz aus ­ gerechnet in Leipzig geschrieben werden konnte, diesem alten Buchzentrum europä ­ ischen Ranges, wo man die alte „Deutsche Bücherei“ neben sich stehen hat, In der Hun ­ derte von Aufsätzen und Bänden allein in deutscher Sprache den Schreiber Lügen stra ­ fen, ist unverständlich. Sollte dem Verlag die seit Jahrzehnten ansteigende Flut prachtvol ­ ler, nur außereuropäischer Kunst gewidmeter Bildbände wirklich entgangen sein? Wenn die Publikation trotz dieser Mängel zu begrüßen ist, so allein, weil der Autor es ausgezeichnet verstanden hat, zu Wesen und Sinn der vorgelegten Bilder hinzuführen. F. Kussmaul Chinesische Skulpturen der Sammlung Eduard von der Heydt Beschreibender Katalog von Oswald Sirén. Zürich: Museum Riethberg. 1960. Oswald Sirén hat in diesem glänzend aus ­ gestatteten zweisprachigen Katalog (deutsch und englisch) chinesische Großplastiken der Sammlung von der Heydt bearbeitet. Er führt die Objekte in Bild (wo notwendig neben der Totale auch Detailaufnahmen) und Text vor. Der Katalog ist in zwei Teile ge ­ gliedert, Tierfiguren und religiöse Plastik. Diesen beiden Teilen gibt der Verfasser Ein ­ leitungen bei, die man als kurze, präzise Dar ­ stellungen der jeweiligen Materie bezeichnen darf. Wie es bei Sirén zu erwarten war, sind auch die einzelnen Objekte knapp und präzis beschrieben, ist die Frage ihrer örtlichen und zeitlichen Zugehörigkeit geklärt und sind Parallelstücke benannt. Leider wurde darauf verzichtet, die (früher bereits publizierten) Inschriften auf manchen Stelen noch einmal abzudrucken. Da der vorliegende Katalog für diese Materie doch wohl als endgültig betrach ­ tet werden darf, wäre es zu begrüßen gewe ­ sen, wenn ihm diese Texte noch einmal bei ­ gegeben worden wären. Aber auch so muß man das RIethberg-Museum zu seinem ersten Katalog der neuen Serie (geplant sind 9 Bän ­ de) aufrichtig beglückwünschen. Er erschließt erstmals die ganze Sammlung dieser Objekte und ist sicher ein Weg, diese herrlichen Stücke einem noch größeren Kreise näherzubringen, wird also beiden Aufgabenbereichen des Mu ­ seums, dem wissenschaftlichen wie dem volks ­ bildenden in gleicher und gleich vorbildlicher Weise gerecht. F. Kussmaul HANS FISCHER: Schallgeräte in Ozeanien. Straßburg und Baden-Baden: Verlag Heitz GmbH, 1958. 177 S. mit 487 Abb. und einer ethnogra- phisch-musikologischen Bibliographie. (Sammlung Musikwissenschaftlicher Ab ­ handlungen, Band 36.) Zusammenfassende Arbeiten über die In ­ strumente größerer Gebiete haben vor allem Gurt Sachs („Die Musikinstrumente In ­ diens und Indonesiens“ und „Die Musikinstru ­ mente Birmas und Assams“), KarlGustav Izikowitz („Musical and other Sound ­ instruments of the South American Indians“)