RUINEN, HÖHLEN UND GRÄBERFUNDE 1 Umgebung der Pyramide. Ebenso Massen von Topfscherben grober Arbeit und Stücke von Obsidianmessern, wie man sie überall an Stellen alter Wohnstätten in Mengen findet. Auf einer Anhöhe fanden sich auch einige Perlen aus Marmorgestein, die zu einer Halskette gehört hatten. Der zweite Cerrodel Castillo — der der Gegend von Zapotitlan — ist ebenso isoliert und von der Natur an drei Seiten durch Felswände und sehr steil abfallende Abhänge gegen Überfälle geschützt. Ich besuchte diesen Berg einige Tage, nachdem ich von dem oben be- Abb. 2. Ruinen am Cerro del Castillo bei Zapotitlan. schricbencn Berge zurückgekommen war, und später noch mehrmals, um die Ruinen genauer zu studieren und photographische Aufnahmen zu machen. Auch an diesem Berge ging es sehr steil bergan. Ehe wir die eigentliche Tempelfestung erreichten, stießen wir auf Mauerreste von Wohnungen. Dann kamen wir zu einer riesigen, zum größten Teile eingestürzten kyklo- pischen Mauer (Abb. 2), die die ganze Anlage umgibt. Hat man diese Mauer überklettert, so kommt man zu einer zweiten. In ihr befindet sicli ein Tor, zu dem mehrere Stufen hinauf ­ führen. Danach betritt man einen ebenen Platz und steht vor einer noch gut erhaltenen, bis etwa 20 Fuß hohen Stufenpyramide, die aus weißen, gut behauenen Kalksteinen aufgeführt ist. Eine wohlerhaltcne Treppe führt an der Nordseite zur oberen Plattform, auf der Schatzgräber bereits ihr Zerstörungswerk begonnen hatten. Nach Westen ist die Pyramide von einem Aufbau flankiert, der augenscheinlich zum Tempel gehörte, während sich an ihrem Fuße zwei quadratische, stark vom Zahne der Zeit mitgenommene Mauer- rcstc erhoben, deren Bedeutung zweifelhaft bleibt. 1 Dicht daneben lagen natürliche Basaltsäulen von über 1,50 m Länge und bedeutendem Gewichte. Da das Gebirge sich aus weißem Kalksteine aufbaut, so müssen diese Säulen von weither auf den Berg ge ­ schafft worden sein. -— Nordwärts von der Pyramide folgte wieder eine starke kyklopische tung, die das Ballspiel hatte, Zusammenhängen oder vielleicht auch nur aus dem Wunsche hervorgegangen sein, Licht und Sonne zwischen den beiden Parteien in gleicher Weise zu verteilen. Seler. 1 Da der Tempel seine Fassade nach Norden hat, so sind diese beiden Mauerreste vielleicht als die Seitenwälle eines Ballspielplatzes (tlachtli) zu deuten. Denn diese Ballspielplätze sind immer in ihrer Längsrichtung nord ­ südlich orientiert. Das mag mit der religiösen Bedeu-